Note 229 — Anmerkungen.
Reading edition
Über Dercher- s. abbetteln. — Ulma (-me) = Leute kommt noch vor: a) in den Zusammensetzungen: Schniffer- od. Schorerulma = Diebesbande, Fehteulme = Herbergsleute (Spr.), Dächlespflanzerulma = Schirmflickerleute (Spr.), Steinhäuflesulme = Städter, Blibelulma (-e) = fromme Leute, „Stundenleute“ (d. h. Methodisten); b) in den Verbindgn.: jenische Ulma = „fahrende Leute“ u. grandich Ulma (d. h. „viele Leute“) = Menge (s. d. betr. Übereinstimme, mit d. Zigeun.). Das Wort ist in dem bes. verw. Quellenkr. m. Wiss. unbekannt u. auch sonst im Rotwelsch (wenigstens in gleicher Form u. Bedeutg.) selten; vgl. aber z. B. schon Lib. Vagat 55 (Wyßulm = „einfaltig volck“), dann öfter wiederholt, ferner Münchner Deskription 1727 (192: die platten Ulm, etwa im Sinne von „Gaunern“ u. dergl.) u. Schintermicherl 1807 (289: Ulm = Leute); dagegen hat Pfister bei Christensen 1814 (327) die Form Ohlem (= Menge), die sich dem jüd. (hebr.) Stammworte mehr annähert. Ihrer Etymologie nach geht die Vokabel nämlich zurück auf das hebr. ’ôlâm = „Ewigkeit, Welt“, jüd. ôlem od. ulen = „Welt, dann Leute, Menschenmenge“ (wie französ. monde = „Welt“ u. „Leute“); vgl. A.-L. 426 (unter „Olam“) u. Wagner bei Herrig, S. 237.