Note 225 — Anmerkungen.
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Zu Stumpf (auch = Entrüstung, Trotz, Zorn) gehören als Ableitungen: a) das Adj. stumpfich oder (seltener) stämpfich) = ärgerlich, empfindlich, entrüstet, ergrimmt, erzürnt, gereizt, grimmig, trotzig, unwillig, verdrießlich, verstimmt, wütend, zänkisch, zornig; b) das Zeitw. stumpfen (stümpfen) oder (häufiger) stämpfen (erstere Formen für: schmähen, lästern, letztere Form für: bedrohen, beleidigen, beschimpfen, drohen, fluchen, schelten, schimpfen, zanken; dazu die Zus.: ausstämpfen = ausschelten, -schimpfen, -zanken); c) die (zunächst auf das Zeitw. stämpfen zurückgehenden) Substantive: Stämpfer = Schmäher, Zänker und Stämpferei = Wortwechsel, Zank, Zänkerei, Zwist. Zu dem Stamme stämpf- (des Zeitw. stämpfen) gehört auch die Zus. Stämpffläderling (d. h. eigtl. der „schimpfende Vogel“) = Elster (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 338, 340, 343, 346 (stumpf = bös [345: = taub], Stumpf = Haß, Zorn, stimpfen = schelten, zanken); Schwäb. Händlerspr. 485, 488 (stumpf = zornig [in Pfedelb. (214) als Subst. Stumpf = Zorn], stumpfen = schimpfen). Übrigens dürften sich die Vokabeln bis ins 18. Jahrh. hinein verfolgen lassen. So findet sich z. B. im W.-B. von St. Georgen 1750 (219, 220) stumpf = unsicher, im Schwäb. Falschmünzerprozeß von 1791/92 (261 ff.) mehrmals Stumpf oder stumpf machen = „Lärmen“ oder „Angst machen“ (v. S. der Gauner) sowie das Subst. Stumpfmacher = „Lermen- (d. h. Lärm-) Macher“; vgl. noch ebds. (263) sowie in der Uracher Jauner- und Betrügerliste 1792 (268): anstimpfen od. anstempfen (= anschmusen), d. h. etwa Überreden eines leichtgläubigen Opfers v. S. der Betrüger. Bei Schintermicherl 1807 (288) — der auch stumpf = „hart od. böse“ hat — bedeutet das Zeitw. stimpfen = bellen (von Hunden). Etymologie: Bei Stumpf = Ärger, Zorn usw. liegt wohl nur eine Substantivierung vom Adj. stumpf vor, das u. a. in dem Sinne von „böse“ schon im Mhd. bekannt gewesen (s. Weigand, W.-B. II, Sp. 999) und sich noch bis in die neuere Zeit hinein in der bayr.-österreich. Mundart erhalten hat (vgl. bes. Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 761 m. Hinweis auf Castelli [Öster. W.-B., 1847], S. 239: stumpf = böse, verdrießlich). Für das Zeitw. stumpfen, stämpfen vgl. noch bes. Schmeller, a. a. O., Sp. 760 (stimpfen, stümpfen = „sticheln, [be]kritteln, schmähen“) u. Sp. 762 (stumpfieren = „kritteln, [be]spotten“); auch v. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 518 vbd. m. 515 (stumpfieren = schimpfen, lächerlich machen, stumpflerisch = spöttisch, anzüglich).