← Table of contents
Die jenische Sprache

Note 219 — Anmerkungen.

Reading edition

Schnurrand od. (besser) Schnurrant hat auch noch die (etwas allgemeinere) Bedeutgn. „Gaukler“ od. „Komödiant“ (Schauspieler). S. dazu die Zus. a) mit Sch. voran: Schnurrantekitt = Komödien-, Schauspielhaus, Schnurrantekritzler = Komödienzettel, Programm; b) mit Sch. am Ende: Randeschnurrant = Taschenspieler. In dem verw. Quellenkr. m. Wiss. unbekannt, dagegen hat d. Kundenspr. II (423): Schnurrant = Bettler. Zur Etymologie s. A.-L. IV, Sp. 293: „Nach dem mhd. snarrence ist Schnurrant der umherziehende Bettelmusikant, wahrscheinlich vom schnarrenden Laute seiner Leier so genannt“. Es handelt sich (nach Grimm, D. W.-B. IX, Sp. 1413) bei dem mundartlich, besonders auch in Schwaben, verbreiteten Ausdruck (s. v. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 475), der aber auch noch der Schriftsprache unserer klassischen Literatur (z. B. bei Goethe) — für einen „Possenreißer“ — geläufig gewesen, um eine Ableitung von dem latinisierten Zeitwort schnurrare, gleichbed. mit schnurren (od. schnorren), d. h. eigtl. „(mit der Schnurrpfeife [u. dgl.]) als Bettelmusikant umherziehen“, dann „betteln“ überhaupt (vgl. Grimm, a. a. O., Sp. 1420, Nr. 8), wofür es insbes. bekanntl. auch im Rotwelsch usw. verbreitet erscheint (vgl. A.-L. 293 u. 602 sowie [aus dem verw. Quellenkr.]: Dolm. der Gaunerspr. 90 [schorren (sic) = betteln]; W.-B. des Konst. Hans 255 [Schnurrer = Bettelleute]; Schöll 273 [Form ebenso]; Pfulld. J.-W.-B. 336 bis 338 [schnurren = (ab)betteln, ausschnurren = ausbetteln, Schnurrer = Bettler]; Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 67, 68 [schnurren (gehen) = betteln (gehen), auf die Schnurre = auf den Bettel]); Schwäb. Händlerspr. 479 [schnurren]). In Wittichs W.-B. ist es aber nicht angeführt.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings