Note 101 — Schluss.
Reading edition
Mit einer dritten Art der wirklich als stützend gedachten Säulen, der Zeltstangen-Säule (Abb. 88), hat es eine etwas andere Bewandtniss. Diese Säule, die übrigens nur an einer Stelle in verhältnissmässig später Zeit (L. D. I, 81; Dynastie 18) vorkommt und sonst nur aus Abbildungen (a. R.; L. D. II, 107 u. 111a; n. R.; L. D. III, 17a, 36a, 49a u. b, 50b) bekannt ist, scheint mir direct eine Nachbildung der eine Zeltstange darstellenden Hieroglyphe „gross”, zu sein. Petrie erklärt übrigens in Egyptian decorative art, S. 76, diese Säulenart ebenso. Bereits Champollion (Champ. Not. II, 160) hat darauf hingewiesen, dass der Saal, in welchem jene merkwürdigen Säulen stehen, wohl mit einem Feste in Zusammenhang zu bringen ist, das in der Hieroglyphenschrift mit einer Halle determinirt wird, in welcher dieselbe völlig dem Zeichen gleichende Säule erscheint. Dieses -Zeichen, das ursprünglich eine Zeltstange darstellen sollte, wird in älteren Darstellungen (L. D. II, 18 nach dem Original im Berl. Mus. No. 1107 vergleichen) des durch eine einfache Gabelstange ersetzt: Diese Gabelstange ist nun aber gleichzeitig das allgemein bekannte Zeichen der Himmelsstütze, wie aus Inschriften hervorgeht, die von der Macht irgend eines Königs reden, und in denen es oft genug heisst, dieselbe reiche bis zu den „vier Stützen” des Himmels. Es scheint also auch hier immerhin nicht ausgeschlossen, dass ebenso wie in dem Zeichen das an Stelle der eigentlichen Stütze getreten ist, so auch in dem bewussten Saale zu Karnak die dem nachgebildete Säule als Stütze der als Himmel gedachten Decke eingetreten ist.











