Note 3 — II. Die Karolinger.
Reading edition
Genannt Nathanael, von 819-832 Kanzler; wahrscheinlich führte er das bessere Latein in die Kanzlei ein und veranlaßte vielleicht die Sammlung der Carpentierschen Formeln in tiron. Noten, jetzt MG. Formulae p. 285 als Formulae imperiales e curia Lud. Pii: vgl. Sickel Acta Kar. I, 89-95 u. 160, B. Simson, Ludw. d. Fr. II, 235-238. Max Ahner, Fredegis von Tours, Leipz. 1878. Ueber seine Schrift de nihilo et de tenebris Prantl, Gesch. d. Logik im Abendland II, 17-19; Reuter, Gesch. d. relig. Aufklärung im Mittelalter I, 274; Ebert II, 221. Er war Alcuins Nachfolger als Abt von St. Martin, wo Canoniker an die Stelle der Mönche traten und die Schule verfiel; wenigstens ist in schroffem Gegensatz gegen Alcuins Zeit kein Schüler bekannt. Bei Herolds Taufe in Mainz erscheint er mit seinen Schülern. Bücher schrieb unter ihm und für ihn Adalbaldus presb., der sich artifex nannte, Delisle, Notice des Mss. de Tours, p. 81-83; L'école calligr. de Tours p. 20. Desnoyers u. Delisle in Comptes rendus des Séances de l'Acad. des Inscr. 1886 mit Monogramm. Album pal. pl. 21. Ein sehr schlechtes Andenken hinterließ er in St. Bertin, wo er gleichfalls Abt war, s. Folcwini Gesta abb. S. Bert. MG. SS. XIII, 614, und daraus in Folcards V. S. Bertini und bei Bovo, De elevatione S. Bertini. Nach seinem Tode 834 folgte in St. Martin Adelard, unter dem durch Amalrich, der 849 Erzb. v. Tours wurde, die Schule wieder aufblühte (vgl. unten § 20 →1). Dann folgt 845 Graf Vivian als erster Laienabt.