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Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, Erster Band (von 2)

Note 11 — I. Die Vorzeit.

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Ist der Einfall O. Schade's (Die Sage von der heiligen Ursula, 1854), für die Ursulalegende eine mythologische Begründung nachzuweisen, ohne Zweifel verfehlt, so ist dagegen der Versuch Joh. Hubert Kessels (S. Ursula und ihre Gesellschaft, Cöln 1863), durch rationalistische Deutung, mit Verwerfung der abgeschmackten Visionen, die ältere Legende zu retten, nicht minder abzuweisen. Sein Verfahren widerspricht jeder gesunden historischen Kritik, er benutzt allerlei späte Legenden in unzulässiger Weise als Quelle für die Hunnenzeit; seine Hauptstütze aber ist die Predigt In natali, welche er ins achte Jahrhundert setzt. Diese ist v. Klinkenberg aus einer Hs. saec. XII. herausg. u. in Karol. Zeit gesetzt (Kl. u. Düntzer in d. Jahrbb. d. V. v. Alt. im Rheinland, Heft 88. 89). Friedrich giebt die Legende auf. Vgl. auch Annalen des Niederrheins 1874, Heft 26 u. 27, S. 116 bis 176, G. Stein: Ursula, S. 177 bis 196, Floß: Die Clematianische Inschrift. Facs. ders. bei F. X. Kraus: Die christl. Inss. d. Rheinlande (1890) S. 143. In den Anal. Bolland. III, 1-20, ist die Legende Fuit tempore pervetusto herausgegeben mit einer früher unbekannten Widmung an Erzb. Gero, wie es scheint die älteste Form, die hiernach durch einen Grafen Hoolf vom Erzb. Dunstan v. Canterbury stammte. An die Thatsache des Martyriums einiger Christinnen und deren Cult hat phantastische Sage sich angeschlossen, welche schon Wandalbert von Prüm bekannt war, in jener alten Legende noch in einfacherer Form erscheint, später auch absichtlich erweitert ist.

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