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Der Untergang der Deutschen Juden

Note 8 — KAPITEL II. ÜBERBLICK ÜBER DIE GESCHICHTE DER JUDEN IN DEUTSCHLAND.

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Die gesetzestreuen Kreise zählen nach Schätzungen, die (u. a. geben die Anmeldungen zum Bezug von rituellen Lebensmitteln einen Anhaltspunkt) etwa 1/5 der deutschen Juden, wobei man als gesetzestreu alle die bezeichnen kann, die den Sabbath heiligen und die Speisegesetze beobachten. Wer die als gesetzestreu anerkennen wollte, die die Sexualvorschriften befolgen, würde in Deutschland wenige finden, die sich an das Gesetz halten. Denn so peinlich stellenweise die Sabbathheiligung durchgeführt wird, so lax stehen dieselben Kreise den sexuellen Forderungen gegenüber. Die Zahl der orthodoxen Juden nimmt übrigens beständig trotz des östlichen Zuzuges ab. Ein Blick in die Verschiebung des Wohnaufenthaltes bezeugt diese Tatsache insofern, als die dörfischen und kleinstädtischen Juden zum kleinsten Teil neolog, die Großstädte in der Hauptsache freisinnig sind. Darüber kann uns nicht hinwegtäuschen, daß die Orthodoxie der Städte neuerdings besser organisiert ist und das sie infolge des starken Zuzuges an Zahl gewonnen hat. Wir können annehmen, daß 1870 noch die Hälfte der deutschen Juden als gesetzestreu anzusprechen war, während die im letzten Krieg ermittelten Zahlen von 25% rituell lebenden Juden noch Teile bergen, die nur zu Hause die jüdische Küche beachten, im übrigen aber nicht mehr als Anhänger der Orthodoxie anzusprechen sind.

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