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Der Bankerott

Vierter Akt.

Reading edition

Abtheilung I.

Vor der Hütte des Vater Ziemens.

Erste Scene.

Marie. Frau Ziemens.

Frau Ziemens. Mein Kind, wohin eilst Du, — bleib' in der Hütte.

Marie. Laß' mich nur, ich suche die schönen Blumen, die ich verlor.

Frau Ziemens. Welche schönen Blumen?

Marie. Am neustädter Garten auf der Wiese pflückten wir sie ja — ich hatte die ganze Schürze voll.

Frau Ziemens. Du träumst, Kind — — Entstiegst Du nicht eben dem Federbett! — Komm' zurück, die Luft weht kalt.

Marie. Bin ich denn krank?

Frau Ziemens. Ein furchtbares Fieber ras't seit Mitternacht in Deinem Blut.

Marie. Mütterchen, nie im Leben fühlt' ich mich so gesund! Klarer als die freundlich strahlende Sonne ist mein Geist, frischer als die thautrunkenen Zweige sind meine Glieder. Ich wünschte Musikanten, fröhliche Gesellschaft, einen vollbesetzten Tisch, um zu singen und zu springen wie bei der Hochzeit.

Frau Ziemens. Du erinnerst Dich nicht Deines Wehs vor einer Stunde.

Marie. Wir gruben im Garten Gemüse und kamen auf Albert — Du schaltst ihn einen charakterlosen Buben, der feige den Rücken kehrte, nach dem er mich an den Abgrund des Verderbens gebracht — Ich litt es nicht, fühlte mich verletzt . . .

Frau Ziemens. Das geschah gestern.

Marie (erstaunt). Vor einer Stunde —

Frau Ziemens. — strittst Du mit der Hölle, nicht mit mir. Ach, kein ehrbares Mädchen hegt Gedanken —

Marie. Welcher Art?

Frau Ziemens. Schweigen wir davon.

Marie. Mütterchen, Du erschrickst mich.

Frau Ziemens. Der Name des jungen Questenberg lag bedeutungsschwer auf Deiner Zunge — Viel sprachst Du von einem Brief, den er an Dich geschrieben — Wie wird Dir — Mein Kind!

Marie erblaßt und droht umzusinken.

Frau Ziemens (nimmt sie in die Arme). — Was hast Du auf Deinem Gewissen!

Marie. — 's ist überstanden; die schwache Natur hilft mir — — Du bist auf alles vorbereitet — hier, lies den verhängnißvollen Brief. — —

Frau Ziemens. — Mir dunkelt's vor den Augen.

Marie. Albert erhielt die Stellung eines Werkmeisters um — um meiner Ehre Preis! — — Keinen Laut trübseligen Jammers; entscheide kurz, wodurch mein Verbrechen zu sühnen.

Frau Ziemens. Ich lasse den Himmel walten.

Marie. Uebe Gerechtigkeit, daß Du Antheil am Himmel hast, er ist die Liebe des Guten.

Frau Ziemens. Du richtetest Dich selber schon —

Marie (schnell einfallend). Ohne Ziel meiner Schuld — Ich bedarf einer Autorität!

Frau Ziemens. Die findest Du im Schooß der Kirche.

Marie (mit stürmischer Leidenschaft). Mutter, Mutter, niemandem vertrau' ich mehr als Dir! Nur Du, nur Du verstehst mein Herz, schaust die labyrintischen Fäden meines Schicksals, fühlst was mich in's Verderben trieb und kannst allein —

Frau Ziemens. Du verlorst den Glauben an des Priesters erlösende Macht?

Marie (zärtlich). Weil ich Dich lieben und schätzen lernte als meinen obersten Wohlthäter.

Frau Ziemens. Lehnst Dich auf gegen unsere urheiligsten Satzungen!

Marie (bitter). Sie helfen mir so wenig als dem Blinden — die Brille.

Frau Ziemens. Herr mein Gott! — Nun erst begreif' ich, wie tief Du sankst — — Um die letzte Stütze der Noth brachte sie der Jugend vernunftlose Leidenschaft! Kein Sakrament, keine Messe, kein Spruch geweihter Priester erbaut sie mehr!

Marie. Nur Thaten versöhnen, was das Herz verschuldet, Thaten, denen des Schöpfers Lob vernehmbar tönt: Friede sei mit Dir, Du bist gerettet! — Gieb mir eine Religion, o Mutter, die Entschlüsse fassen lehrt, einen Priester, der rathet, zeitliches Elend, der Zukunft Fluch vom Haupte abwenden, einen Freund, dessen persönliche Würde mich ungetheilt erfüllt, der mich erschüttert durch seiner Gründe Aufrichtigkeit, erhebt und fortreißt durch den Zauber seines Beispiels! — Ach, ich irrte in eine Wüste der Finsterniß, und verschmacht' im dunklen Drang nach Entscheidung! Dem stolzen Adler ähnlich, der, gelähmten Fittich's im Staube sich windend, vergebens die Höhe erschaut, wo seine Heimath ist, lieg' ich zu Deinen Füßen! Schütze mich! — Sogleich erscheint Albert, o Mutter, willens in's Joch, das die Schwäche der Menschheit, unsere Schmach, ihm aufbürdet, sclavisch sich zu fügen — Muß ich ihm folgen?

Frau Ziemens. Räthselhafte Kranke, unbegreifliche Schwärmerin.

Marie. Muß ich — ?

Frau Ziemens. Was wäre Dein Loos, wenn Du nicht müßtest?!

Marie. . . .Der Tod.

Frau Ziemens. Und unser, der armen Eltern Loos?! — — Verdienten wir das um Dich!

Marie (stürzt mit einem Schrei in sich zusammen). — — Führ' mich nach jenem Ruhesitz . . . Seh' ich recht, so naht der Gefürchtete — Ersehnte! Er ist's! — Ich gleiche dem bedrängten Piloten in Sicht des winkenden Ports — doch vergebens bewegt er Ruder und Steuer: immer rückwärts stürmt ihn das unerbittliche Meer.

Zweite Scene.

Die Vorigen. Albert.

Albert. Grüß' euch Gott, meine Theuren.

Marie (kehrt ihm entsetzt den Rücken).

Frau Ziemens (erwiedert seinen Gruß mit schüchterner Verbeugung).

Albert (erschrocken stehen bleibend). Was ist das! — Frau Mutter, dies Papier verkünde Ihnen, weshalb ich komme . . .

Frau Ziemens (damit in die Hütte).

Albert. Stumm enteilend und betroffen, als wüßte sie schon alles — War die Furcht prophetisch, welche mich zögern ließ bis heute früh? Sag' an Mädchen, wie fass' ich —

Marie (reicht ihm des Doctors Brief).

Albert. Willst Du schriftlich zu mir reden? — Ha! — Der junge Herr ging schneller als ich . . . (Nachdem er flüchtig gelesen, unwillig mit dem Füße stampfend). Ueberflüssige Diplomatie! — — Aber wie fein! wie herablassend im vornehmen Gewande des Stolzes! welche unsichtbar sichtbare Reue! er will nicht kriechen, will seiner Stellung nichts vergeben und doch den Erkenntlichen spielen . . . „Die trüben Erfahrungen seines Lebens verleiteten ihn zur großen Täuschung; bis jetzt hätte er unter Bettlern keine Menschen erblickt“ — Ei, ei! . . . Zu viel überschwemmendes Lob — zu viel, auf einen Elenden, der die Jungfrau des Himmels eitlen Zwecken opfern, ihr feige, ehrlos Lebewohl sagen konnte! — (Sich die Hand vor die Augen haltend.)

Dritte Scene.

Die Vorigen. Die alten Ziemens.

Vater Ziemens. Mein guter, guter Albert.

Albert. Wer ruft mich? — Mein Vater!

Vater Ziemens. Wo bist Du? Komm, komm. — Sag' mir doch, wo er ist?

Frau Ziemens. Dich macht die Freude blind — Da, da hast Du ihn.

Vater Ziemens. In meine Arme, Himmelsbote — Noch kommst Du zur rechten Zeit, noch findest Du sie bei uns, noch — — Du bebst zurück? Welche finstere, verzweifelte Mine?

Albert. Armer Vater!

Vater Ziemens. Melancholische Seufzer — Bringst Du meinem Töchterchen keinen Trost? Dies Papier verbrieft und besiegelt —

Albert. Vergrößert ihre Pein.

Vater Ziemens. Ei, ei, hatte sie Wahrsagergabe vergangene Nacht? . . . Lass' mal sehn — Ist sie im Garten?

Albert. Hier sitzt sie — erstarrt von des Geschicks Meduse.

Vater Ziemens. Was, was! um Gotteswillen — Kinder, Kinder, ihr werdet nichts Böses . . . Mütterchen, Du scheinst alles schon zu wissen.

Frau Ziemens. Die Kinder sind närrisch.

Vater Ziemens. Durch welche Mittel erweichten sie so schnell des Herren kaltes Herz?

Frau Ziemens. 's ist einfach.

Vater Ziemens. Erzähle — sei so gut.

Frau Ziemens. Erinnerst Dich noch wohl, daß Marie früher, verstehe recht, bevor sie Albert kannte —

Vater Ziemens. Ich versteh'.

Frau Ziemens. — ein wenig entzündet von dem jungen Doctor ward —

Vater Ziemens. Und der junge Doctor von ihr.

Frau Ziemens. Dies nützte die Unglückliche in ihrer Noth. —

Vater Ziemens. Meine Ahnung!

Frau Ziemens (ihm den Brief gebend, welchen Albert in seiner Hand hält). Lies aber den Brief hier, den der vom braven Albert schrecklich Enttäuschte nun reumüthigst an sie richtet. Aus ihm erhellt, daß Marie in seine thörichten Bedingungen nur listig willigte und ihre Ehre rein blieb.

Vater Ziemens (sich weigernd den Brief zu nehmen). Dessen — dessen bin ich gewiß.

Frau Ziemens (zudringlich). Erbaue Dich an der herablassenden, schmeichelhaften Sprache.

Vater Ziemens (nimmt; nachdem er gelesen und die Kinder mit schmerzhaften Blicken betrachtet). Ebenbürtig an Geist und Gefühl steht Ihr Euch gegenüber; ein Gedanke, eine Liebe paart Eure Herzen; Euch fehlt zur Glückseligkeit nichts! und nun, was ist's, daß sich feindlich zwischen Euch stellt, Eure Harmonieen mit rauher Hand verstimmt?! Der Menschheit Jammer, des Wahnes Schreckgestalt? das klägliche Gebilde alles Zeitlichen, in das Geburt und Grab Euch mit verwebt?! Weh, seid Ihr verloren — Ihr seid — und keine Zufluchtsstätte sehe ich mehr, kein Ziel für Eure Wünsche?! Die Gottheit selbst versagt Euch Schutz?! (Kleine Pause.) Hoch geht das wilde Meer, der Hoffnung starker Kiel zerschellt und trostlos an die nächste Planke festgeklammert, treibt Euch des Schicksals finstre Welle auseinander!

Frau Ziemens. Unseliger, trankst Du noch nicht genug den bittern Leidenskelch?!

Vater Ziemens. Was wünschest Du, daß ich den Edelmüth'gen rathe?

Frau Ziemens. Sich den Verhältnissen zu fügen!

Vater Ziemens. Der Schande und des Ekels? Wider innere Würde? — Weib!

Frau Ziemens. Hätt' ich es einst gethan, hätt' ich der Zeit Gebieterstimme einst gehorcht, so ruhte ich die matten Glieder jetzt in schimmernden Palästen, säugte an des Reichthums voller Brust der Jugend unbefangene Freuden und hegte ein Töchterchen im Schooß, der ersten Frühlingsblüthe gleich, so frisch und schön! Der großen Blashammer, von Zitterwitze und Questenberge waren viele, die mit wohlverbrieftesten Verträgen um meine Freundschaft buhlten. Eigensinnig aber pochte ich auf meinen guten Stern, der, vom protestant'schen Schwärmergeist bereits verdunkelt, mir die Wege ungekränkter Tugend leuchten sollte. Wahrlich, er hat sie mir geleuchtet! Fantastisch ging's berg auf berg ab, über Stock und Stein bald links, bald rechts. — Weit hinten blieb der selige Tag! Und ob von oben, unten, kreuz und quer des Geistes feur'ges Rächerantlitz warnend mir erschien — warst Du nicht umzustimmen! Taub bliebst Du meiner Liebe zärtlichstem Gebot, sangst: „Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' starke Wehr und Waffen“ . . . Ja, blicke nur beschämt — er half uns frei aus aller Noth, setzte uns auf einen weichen Pfuhl, regnete Himmelsmanna und läßt's uns wohlbehagen . . . Daß diesem lügnerischen Streben der Stab gebrochen werde, — in mir das letzte Opfer ihm gefallen! . . Ein eitel, ein verwerflich Gut ist ja das Leben und nicht der Mühe werth es zu erhalten! Glücklich alle, die's leicht erfassen, die schlau, verwegen, kühn die wenigen Körnlein lautern Goldes aus seinem Schacht zu stehlen wissen! . . Ich bin müde sein morsches Kreuz noch länger fortzutragen. Der Erfahrung langgesponnener Faden höre auf der Wahrheit undankbare Spule zu bewegen; er reiße, eine neue Zeit beginne unsern Kindern! Litten wir zu ihrem Frommen, so bin ich ausgesöhnt, — vergebe den Gewissenlosen, die als Spielball schnöden Eigennutzes, lachend von Hand zu Hand uns warfen, bis wir verbraucht, in ihren dumpfen Wölbungen, bei Lumpen einen Gnadenplatz erhielten.

Vater Ziemens. So hört' ich Dich noch nie! — Welchem fürchterlichen Zweifel unterjochte das Elend Dein Herz! — Hast Du kein Blut mehr in den Adern; zehrte die heimliche Schlange das Lebensmark Dir aus und brichst nun morsch zusammen, gleich dem Gerüst des stolzesten Tempels, von der unsterblichen Himmelsflamme verglüht!?

Albert. Ehrwürd'ger Greis, vergebens ringen ewige Gesetze die dunkle Macht des immer Wechselnden zu brechen, vergebens, ihrer heißersehnten Wohlthat den schwachen Sterblichen zu unterwerfen! Wie es gewesen seit fünftausend Jahren wird es verbleiben alle Zeit. Der Gute wird gewinnen und verlieren, wird, selber sich in's Böse kehrend, aus edlem Eifer fort und fort sein ältres Werk dem jüngeren zum Opfer bringen und nie erfahren, woran er ist, was er zum Heil, zum Unheil eigentlich gestiftet. Ich tret' deshalb auf der Verzagten Seite, die abgehärmt vom blassen Gram des sittlichsten Entbehrens, um ihres Lebens schönsten Inhalt sich betrogen fühlt und mir nun weise räth, die Welt zu nehmen wie sie ist, nicht wie sie sollte sein, — dem Zufall zu vertrau'n und dem Verstand, der reich an Kenntniß und an List, das Netz nur auswirft wo's zu fischen giebt, im Uebrigen Gott walten läßt, die Herzenskammern wohl verriegelt, das Christliche, die allgemeine Brüderschaft, Freiheit und Gleichheit blos als Mittel conservirt, (lächelnd) — als Mittel zur Umschüttelung, wenn im spirituosen Zauberbecher der süße Genius sich zu Boden senkte . . . Ich hätt's schon lange wissen sollen und anders stünd' es jetzt! Die Nemesis, des Irrthums strenge Rächerin, wär' nicht beschworen, ihr flammendes Geschoß auf uns zu schleudern!

Frau Ziemens. Beim Himmel, nein!

Vater Ziemens. Erforscht' ich je Dein Herz, so wird es schwer Dir fallen, sie zu versöhnen.

Albert. Ich mach's getreu den klugen Füchsen nach, die sich aus Eifer für das allgemeine Wohl in einen frommen Schaafpelz hüllen, Gesangbuch, Katechismus, Bibel unterm Arm, demüthigen bußfertigen Schritt's alltäglich nach dem Kirchlein schleichen und dann, wo es auch sei, in lustiger Gesellschaft, auf freiem Markt, im dunklen Börsenraum, ein jedes Wörtlein ihres süßen Odems mit Priesterbalsam würzen und gottgefälligen Sprüchen, als wie „unrecht Gut gedeiht nicht; Jedem das Seine; ehrlich währt am längsten; selig die reines Herzens sind“ —

Vater Ziemens. Albert, Albert!

Frau Ziemens. Lass' ihn!

Albert. Der Erfolg wird lehren, Vater. Ich hoff' in wenigen Jahren ein Mann zu sein, dem die Ehrwürdigen der Stadt und alle Freunde guter alter Ordnung ein schmeichelhaftes Seitenblickchen zollen.

Vater Ziemens. O wär' mein Name dann bereits vergessen!

Albert. Menschenhaß, Eigendünkel, Ehrgeiz, Selbstsucht, Neid — unter dem Hute der Scheinheiligkeit geschickt versteckt, bilden die kardinale Tugend der allgerechten christlichen Liebe, welche Hirten zu Königen erhebt und die Pforten des festesten Gewissens nach Willkühr öffnet und schließt. Durchdenken Sie's nur tief, mein Vater; sie ruht auf sicherern Säulen als Ihr Glaube an — an — ich weiß nicht woran!

Frau Ziemens. Aus der Seele mir gesprochen.

Vater Ziemens (zu Marie). Erhebe Dich mein Kind.

Frau Ziemens. Wer die Welt mit Deinen Augen sieht, muß unsrer echt katholischen Kirche sich zu Füßen legen.

Albert. Sie ist die einzige Brücke zum verlornen Paradies.

Frau Ziemens. Traun, ich halte Dich beim Wort.

Albert (ihre Hand schüttelnd). Was thu' ich nicht um meines Engels Frieden!

Vater Ziemens. Willst Du mit Deinem Vater in die Hütte?

Albert. Weilt! auch dort ras't der Orkan; Ihr findet keinen stillern Platz für sie als hier, an meiner Brust! — Ich beschwöre Euch, weilt!

Marie. Fasse — halte — leite mich, Vater . . .

Albert. Geht Dir der Athem aus auf halbem Wege?! — Die Bagatelle, Vater, welche Euch erzürnt, bleibt in unserm und in Questenberg's Interesse den Lauschern fremd. — Wovor deswegen Anstand nehmen?! — Marie, kannst Du für ein Fantom, das Deine kranken Nerven spannt, den einz'gen Freund verachten, welchen die Natur, das Schicksal Dir gesandt!

Vierte Scene.

Frau Ziemens. Albert.

Frau Ziemens. Begieb Dich, Albert. — Gewalt stürmt nicht die Schranken ihres Herzens.

Albert. Memme! Memme!

Frau Ziemens. Geduld, mein theurer Freund.

Albert. Ehrt sie die Tugend mit Verdammniß! — — Oder denkst Du, ich bin ein Sclav' des Elends, nahm das schnöde Geschenk ohne Bewußtsein von Verdienst? Auf zu Questenberg, Memme; dort hör', welch' christlich Werk den Bettelstolz der plumpen Welt durch mich erhöht?!

Frau Ziemens. Begieb Dich. (Die Scene verdunkelt sich etwas.)

Albert. Wo ist sie? — fort — sie ist fort?! — Ihr war's möglich — sie konnte — Ich allein! grausam überliefert, überlassen der Hölle?! — Das endet nimmer gut, bleichsichtige Giftmischerin — (Ein Messer ziehend.) Teufel und Engel tauschen ihre Masken — die sanftmüthige Taube wird zur Hyäne . . .

Frau Ziemens. Wohin Albert?

Albert. Ihr die Schande kürzen!

Frau Ziemens. Hülfe! Hülfe! Weh, mein Kind!

Albert (nachdem er sich losgerungen und bis an die Thüre des Hauses geeilt, öffnet sich dieselbe plötzlich und in weißem Gewande tritt ihm Marie entgegen). Gott —

Marie (feierlich). Hier hast Du mein Herz.

Albert (läßt zurückschaudernd das Messer fallen). Gott — entfloh'st Du meiner Brust! . .

Marie. Albert, Albert, jede That hat ihr Gericht! (verschwindet.)

Frau Ziemens. Besinne Dich, guter Sohn. (Sie stützt ihn, und er steht geschloss'nen Auges von Schmerz erstarrt. Pause. Die Scene erhellt sich wieder.)

Albert. — — Mildwärmend durchbricht die himmlische Sonne den nächtigen Nebel, froh athme ich auf: — es war nur ein Traum, ein fürchterlich geheimnißvoller Traum . . . Vergeblich sänn' ich ihn zu deuten — drum sei er schnell, schnell vergessen!

Frau Ziemens. Vertrau' der Zeit, die uns mit Klugheit rüsten wird und Mitteln, die Thorheit zu besiegen.

Albert. Welch' Gesang — ? Der wilde Klaus!

Frau Ziemens. Er kommt hierher — schon winkt er uns. (Geschrei aus der Ferne.)

Albert. Immer derselbe sorglose lustige Bube! Und wenn's schon sechs Tage nichts Warmes gab, die feuchtkalte Nacht ihm ein schützend Dach versagte —

Fünfte Scene.

Die Vorigen. Klaus.

Klaus (singend). So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage, so leben wir alle Tage, in — Bon jour monsieur, madame — Wir nicht hatten depuis long-temps die Vergnüken — Reçevez mes compliments.

Albert. Was bringst Du, altes Wrack? —

Klaus. Eine welterschütternde Nachricht . . . Es wird über unser passé endlich Justiz gehalten.

Albert. Wie Du weißt, war ich noch nie in Frankreich; sprich daher ordentlich deutsch.

Klaus. Le plaisir de vous voir mir haben verrückt die Kopf und lassen oublier notre belle langue allemande . . .

Albert. Du kommst mich zum Besten halten.

Klaus. Patience, monsieur.

Albert. Ich bin in der Stimmung Dich zu massakriren.

Klaus. Mille pardons — ich werde sprecken ßo kut ik gann. Nückst Euk ßoll ßein verschw — w — wiegen! Mon Dieu! ces maudits mots me coupent la Kurkel — j'étouffe . . .

Albert. Wie groß des Schöpfers Güte an solchem Ungeheuer!

Frau Ziemens. Seine Fratzen sind unerträglich. (Sie will gehen.)

Klaus (ruft ihr schalkhaft in's Ohr). Albert wurde eine Million reich! — Eine Million! (Zu Albert.) Deine Erfindung bewundert ein großer, großer Mann — Nicht unser Muckerländchen — das freie göttliche Amerika erzeugte ihn. Schlekt nur er barlen duht notre langue und ik in dieser Stadt de la sagesse chretienne der Einzike à trouver welcher mächtik der Sprak du monde.

Frau Ziemens. Ihr sagt von einer Million —

Klaus (mit einer Verbeugung). Bereits zur ersten Hypothek auf ein rentables Fabrikchen eingetragen —

Frau Ziemens. Bei!?

Klaus. — Frau Hoffnung! — Hier die Verschreibung.

Albert (den Brief lesend). Ew. Wohlgeboren — ihrem Besuch — schleunigst — erfreuen — Johnson — — Das ist ein Possenspiel.

Klaus (hinzufügend). Den traurigen Albert wider Willen zu erheitern.

Albert. Vergebliche Mühe — zu spät!

Klaus. Weshalb dies wegwerfende Mißtrauen, he?

Albert. Warnt nicht die Welt vor Dir und nennt Dich bei dem rechten Namen.

Klaus. Hum, sie heißt mich einen Aussätzigen, nicht weil ich an der Haut leide, sondern weil sie mich den himmlischen Wirkungen ihres Lichts aussetzte. — Ziehe Dir das zu Gemüthe, tiefdenkender, erhaben fühlender, großherzig strebender Freund und stürze Dich nicht eines Mißverständnisses wegen aus der beseligenden Wolke des Christenthums auf die heidnische Erde. — Ich bin unschuldig wie das Lamm Gottes, das die Sünde für uns alle trägt!

Albert. Ja, ich that Dir Leides —

Klaus (die Hand schüttelnd, welche Albert ihm reichte). Auf daß mir einst vergeben werde! (schalkhaft mit frommer Miene) Ach, es steht jetzt viel in Deiner Hand, Albert, viel, viel! Mein Verdienst Dich zur Unsterblichkeit gefördert zu haben, belohnte sich wohl durch etliche tausend Thälerlein . . Zweitausend fünf hundert stopften mir schon die Kinnbacken — aber dreitausend hülfen noch meinen unersättlichen Durst löschen, — nach Ehren- und Ruhmesglanz! Das Doppelte von dreitausend würde mich indeß so recht tête-à-tête bei meinem Schöpfer zur Tafel laden. Ich moderirte sachte — sachte — leise — leise — nach der reichen Tellerzahl mein roth-politisches Heißhungerchen . . . (Er geht auf den Zehen an eine Bank und setzt sich behutsam.) Säße dann, die Beinlein aufgesperrt, das Bäuchel tüchtig angemäst', ein Tönnchen Bairisch an der Seite und jagte schwer jappend der Klugheit graue Nebel vor mir her. Bespräche hochgespannt des Staates Güt' und Mängel und balancirte — balancirte die Wahrheitslinie zwischen den Extasen, bis ich beruhigt mich zu Boden neigte — zu Boden, ach! den vielgeliebten, wo schon so mancher deutsche Ehrenbürger — bescheiden seiner Heldenthaten übermächt'gen Rausch verschlief!

Albert. Ein frommer Wunsch.

Klaus (aufspringend). Erfüll' ihn mir.

Albert. Bist Du des blinden Zufalls gottgesandter Bote, so sei gewiß, daß ich im heiligsten Gefühl der Dankbarkeit mich eher selbst als Dich vergesse.

Klaus. Hoppheisa juchhe! — Frau Mutter, werden Sie noch die Jungen anhetzen, Steine nach mir zu werfen und „wilder Klaus“ zu schreien, he? Oder passire ich jetzt die Revue und bin ein anständiges Schöppschristel pfarrherrlicher Ehrbarkeit?

Frau Ziemens. Ich finde Ihr Benehmen mit Albert des besten Freundes würdig und gestehe, daß Sie mich außerordentlich beschämen.

Klaus (tanzt, klopft die Tasche und singt:)

Bei wem das Geld im Beutel klingt,

Die Seele aus dem Fegfeuer springt.

Albert. Halt, halt! noch klingt es nicht.

Klaus. So sind aber die Menschen! Weil mich die Jugend in einige verliebte dumme Streiche verwickelte, hatten sie nichts eiliger zu ersinnen, als ein „kreuzige, kreuzige!“ mir auf den Buckel zu kreiden. Und so kam's, daß der böse Feind moralisirender Heuchelei und eitler Schwäche dies bei jeder Gelegenheit als verderbliche Waffe gegen mich kehrte, bis ich so tief in Mißkredit sank, daß das wärmste aller christlichen Amphibien mir nicht mehr Herberge, Kost und Arbeit geben mochte. Ich wäre gleich einem abgepeitschten Klepper an der Landstraß' elend verschmachtet, wenn der gute Genius des Rechts und der Billigkeit noch länger die superkluge Theorie passiven Widerstandes gefeiert hätte. — 's ist ein verkümmertes, feiges, gebrechliches Geschlecht, dem der Teufel mit jedem Athemzuge aus dem Halse stinkt! Brrr — fahr's nur ganz nieder zur Hölle! Thöricht, wer sich ihm widmet und für Freiheit wahrhaft schwärmt! — Gut, daß ich aus dem Gröbsten bin! . . Ich, ich werde den Lumpen nun ein Konterfei mit Quark an die Wände malen und in's Ohr raunen, seht, das ist euer Spiegel und eure Hoffnung!

Albert. Hast Du solche Gesinnung, so zieh' ich mein gegebenes Versprechen zurück.

Klaus. Albert — verzeih', daß ich ein Herz besitze, welches in Erwägung gewisser Dinge überschäumt . . 's ist ein Krampf, der — der die Brust schnürt und Gedanken mir eingiebt — Gedanken, Albert, ach! ich mag keine verrathen; die alte Frau könnte schamroth werden.

Albert (ihn an seine Brust drückend). Steckt doch ein guter, guter Kerl in ihm! — Ja, Du kommst ein gottgesandter Bote, mich zu trösten und erheben, Du, Du — wer hätt's gedacht! mein tief verstoßner Bruder!

Klaus. Ich an Deiner Stelle, Albert, — benutzte die Million in spe für Mörser und Bomben; würde Rekruten, rüstete ein standfest Heer — für Geld ist Alles feil, Pulver und Blei, Brandraketen und Feldmeister, Eid und Treue! — und eröffnete dann eines schönen Morgens mit dem Hause Questenberg den Krieg; zöge vor das Schloß, verläse die christlichst angefertigten Artikel und fragte, ob man unsers Glaubens werden wollte — Wenn Nein die Antwort — bum, bum, pau, pau, piff, paff . . . Der Gedanke elektrisirt mich, Albert. Möchte mich dabei in Glorie zeigen; möchte als Herold im schwarzen Mantel mit rothem Kreuz, weißprangenden Federhuts, staatsretterlich gekniffenen Gesichts, dem feinsten Fuchs beweisen, daß seine Kunst zu Ende . . . Kann Dich der Geldsack beglücken? Wozu nützt Dir ein Capital, das sich in's Riesige von Jahr zu Jahr vermehrt? Bist Du gewöhnt im Sündenpfuhl des Reichthums vom Mark der Menschheit geistlos zu schmarotzen? Ich rathe Dir, leg's an auf Deines Herzens sichre Rente!

Albert. Du giebst mir herrliche Ideen . . . Ich werde Deinem Rath entsprechen, doch in meiner Weise.

Klaus. Heil Brutus Dir!

Albert (den Brief nachlesend). Um zehn Uhr — 's ist jetzt die Zeit. Mich drängt's dem fremden Gönner aufzuwarten. — Frau Mutter, ein Wörtlein in Begleitung. (Mit ihr am Arm ab.)

Klaus (mit burlesken Schritten des Stolzes und der Kraft, persiflirt er singend hinter ihnen her).

Allons, enfants de la patrie — hi, hi, Le jour de gloire est arrivé: — he, he. Contre nous, de la tyrannie — hi, hi, L'etendard sanglant est levé — he, he . .

(Die Melodie des Liedes verhallt in der Ferne.)

Abtheilung II.

Das Vorzimmer des großen Festsaales aus dem zweiten Akt.

Sechste Scene.

v. Zitterwitz. Blashammer. (Im Gespräch.)

v. Zitterwitz. — Ich glaube selbst, daß sich für den Augenblick bei der haute-finance nichts ausrichten läßt — Aber ich kenne Schneider, Schuster, Schlächter, Käthner, die petit à petit hübsche Sümmchen in ihrer Bettlade anhäuften und für gute Worte herumzubringen wären. — Wenn Sie's versuchten? (Blashammer seufzt.) Ich will Ihnen nicht zumuthen, in die enge Behausung der Leutchen hinabzusteigen — nein, Sie schreiben vornehm einige Zeilen blos und —

Blashammer. Ich bin nicht Questenberg, dem's gleichgiltig ist, wo und wie er zu Credit kommt.

v. Zitterwitz. Mit Ihrer Subtilität!

Blashammer. Sie werden mich in seine Fußstapfen nicht drängen. — Ich — ich nehme von Niemandem Geld auf blindes Vertrauen; verpfände Keinem mein Wort wenn ich ohne Sicherheit bin.

v. Zitterwitz (mit feinem Lächeln). Der Schlag von Neapel lähmte Ihre Kühnheit und Sie zweifeln am Glück?

Blashammer. Am Glück des Lottospielers! — Treten wir unter die Gläubiger.

v. Zitterwitz. Sie geben verloren den armen Mann?!

Blashammer. Für keinen Leichtsinnigen werf' ich die Ehre in den Loostopf.

v. Zitterwitz. O wie verschieden die menschlichen Herzen sind! — Daß ich Sie beschäme, Herr Blashammer — (hält ihn fest.)

Blashammer. Herr Regierungsrath?

v. Zitterwitz. Ich hol' Ihnen die Castanien aus dem Feuer —

Blashammer (sieht ihn verwundert an).

v. Zitterwitz. Eine alte Tante, die nicht mehr lange zu leben hat und ohne leibliche Erben ist, stellt mir für den alleräußersten Nothfall einen Theil ihres bedeutenden Vermögens zur Verfügung —

Blashammer. Questenberg steckt zu tief in Schulden, wurde von der Concurrenz zu weit überflügelt!

v. Zitterwitz. Sie meinen — ?

Blashammer. Er krankt an einem unheilbaren Krebs, der uns ansteckt — sagen wir gut für ihn.

v. Zitterwitz. Aber die neuen Webestühle.

Blashammer. Versuche im Großen stellen zweifelhafte Resultate heraus — Ich prophezeite es Ihnen schon.

v. Zitterwitz. Konnte mich Questenberg hinter's Licht führen!

Blashammer. Der Schelm? hi, hi, hi — ich achte Ihren guten Glauben und schweige.

v. Zitterwitz. Die Verzweiflung blendete ihn; er täuschte mich absichtslos.

Blashammer. Es tröste Sie.

v. Zitterwitz. Bemitleiden wir ihn! — Als Sie noch in den Windeln der Geschäfte steckten, erwies er Ihnen manchen wichtigen Dienst, denken Sie daran.

Blashammer. Möchte ihm tausendfach vergelten, aber aber, — — (nachdem er auf und nieder gegangen) Wenn wir uns associirten, Herr Regierungsrath, — die Concursmasse den Gläubigern abhandelten, so billig als möglich! — und den Gaudieb als unsern Commis figuriren ließen, he?

v. Zitterwitz (nach einer Pause des Erstaunens). Hm — ihm und uns wäre damit geholfen.

Blashammer. Sie geben das Geld Ihrer alten Tante und ich meinen Kopf?

v. Zitterwitz. Kein übler Anschlag.

Blashammer. Lohnt's?

v. Zitterwitz. Verfuhr er leichtsinnig mit uns, so ist's das höchste Freundschaftsstück guter Christen.

Blashammer. Ueberlegen Sie.

v. Zitterwitz. Ein Schiffbrüchiger klammert sich an alles, was ihn auf den Fluthen trägt! — Wir sind einig.

Blashammer. Sieh da, vor Thoresschluß.

Siebente Scene.

Die Vorigen. Questenberg (ein großes Buch unter'm Arm).

v. Zitterwitz. Fort!

Blashammer. Wir sollten ihn schicklicherweise vorbereiten.

v. Zitterwitz. Nicht hier, sondern unter den Leuten, wo seine Seufzer sich weniger Luft machen dürfen. (Beide ab.)

Questenberg. Vieles könnte ich sagen, was mir Mitleid erwirbt — nichts, was mich entschuldigt . . D'rum ist's angemessener, ich schlage das Buch schweigend auf — O Schande! (Er bleibt am Eingange in den Saal stehen.)

Achte Scene.

Questenberg. Albert. Klaus.

Albert. Wir treffen ihn noch! — Kehr' schnell zurück, dem Amerikaner es zu melden.

Klaus. Der Schurke verdient's nicht! ungerührt, ungebessert bleibt er und lacht über Deine Großmuth nur frohlockend sich in's Fäustchen.

Albert. Geh, eile.

Klaus. Du verkennst die Welt und spottest der Früchte Deines Genie's.

Albert. Willst Du mich erzürnen.

Klaus. — Der Schwärmergeist wird sich an Dir rächen.

Albert. Niemand entrinnt seinem Schicksale!

Neunte Scene.

Die Vorigen ohne Klaus.

Questenberg. Wer hemmt mich an der Pforte des Verderbens.

Albert. Ihr treuer Diener.

Questenberg. Kannst Du keinen Credit schaffen, so geh' mir aus dem Wege.

Albert. Vielleicht kann ich's, mein Gebieter — Verweilen Sie nur einige Minuten.

Questenberg. Du kommst mich verhöhnen — ich les' es in Deinem Gesicht . . . Dir geschah Unrecht? Wirf nur ab die falsche Larve.

Albert. Mein Gebieter, Sie machten mich zum Werkmeister, erwiesen mir so viel Lieb' und Güte, daß ich höchlichst erstaune. —

Questenberg. Schlange!

Albert. Ihr Argwohn entsetzt mich . . .

Questenberg (nach kleiner Pause mit erkünstelter Ruhe). Verkünde, was Dich herführt.

Albert. Im Augenblick erscheint vor Ihnen —

Questenberg (unterbrechend). Ich bilde mir ein, daß Du mein Freund bist, Albert.

Albert. Sie besitzen keinen bessern auf der Welt.

Questenberg. Nun denn, im Augenblick erscheint?

Albert. Ein großer Fabrikant aus den vereinigten Staaten —

Questenberg (ungläubig). Ah!

Albert. Dem ich unsere neuen Webestühle zu zeigen die — Kühnheit hatte.

Questenberg. So! hm! — Und sie fanden seinen Beifall?

Albert. In solchem Grade, daß er sich gleich erbot, als er von Ihrem Unglück hörte —

Questenberg. Wirklich — sieh! ah! der Zufall fügt oft Wunderdinge — räthselhaft erscheint mir blos . . .

Albert. Mein Gebieter, Ihr Benehmen ist das — eines Mannes von bösem Gewissen.

Questenberg. Du täuschest Dich wohl nicht.

Albert. Wenn ich aber ahnte, was Sie an mir verbrachen.

Questenberg. Willst es wissen?

Albert. Ich wünschte von Ihnen den besten Glauben zu behalten.

Questenberg. Du wurdest betrogen, —

Albert. Sie scherzen!

Questenberg. unterdrückt, —

Albert. Pfui.

Questenberg. tyrannisirt!

Albert. Sollten Sie so schlecht sein?! — O mein Gebieter!

Questenberg. Der bin ich nicht mehr. — Pack' Dich fort.

Albert. Verdien' ich die Behandlung?! Bleiben Sie — man kommt — Ihr Retter! — Glauben Sie mir nun?

Questenberg. Du machst mich toll, Albert.

Zehnte Scene.

Die Vorigen. Klaus. Johnson.

Johnson. Weshalb ick mir erlaub' die Freiheit, erfuhren Sie pereits. —

Questenberg. Ich traute den Ohren nicht, mein Herr . . . (Setzt ihm einen Stuhl vor). Haben Sie doch die Güte . . .

Johnson (sich niederlassend). Ihre neuen Webestühl' kehören zu ten vorzügliksten Leistungen unsres Jahrhunterts und erwerpen dem Erfinder, ter, wie Herr Albert mir versichern daht, Sie allein sind —

Questenberg (macht eine Verbeugung, indem er ängstlich Albert ansieht).

Johnson. ten erhapensten Zoll der Pewunterung.

Klaus (murrt).

Questenberg. Ein zu schmeichelhaftes Kompliment.

Johnson. Ihr Name wird nepen den größesten Wohldähtern der Menschheit klänzen, so lang' es eine Keschichte kiebt.

Questenberg. Mein Herr Sie — Sie . . . (bei Seite.) Ich weiß nicht, was ich sagen soll! — (laut.) Muß ein Fremder mir Trost und Hoffnung bieten — (bei Seite.) Mir spuckt das wie'n Mährchen im Kopfe! (laut.) Trost und Hoffnung bieten und das Urtheil meiner sachkundigsten Freunde Lügen strafen!

Johnson. 's ist alde Erfahrung, mein Herr, taß unter Freunden oft Eifersucht, Mißkunst, Neid die glare Quelle der Erkenntniß trüben! (Questenberg seufzt.) Man sich wohl beeifern dhat Ihr Werk pei der Welt zu mißcreditiren?

Questenberg. Ja — ja wohl!

Johnson. Man Sie peschuldigte müßiger Spielereien, verterblicher Exberimentesucht —

Questenberg. Man that's.

Johnson. — was Sie in den Ruf eines schlechten Keschäftsmanns prachte.

Questenberg. Natürlich.

Johnson. Ah, Sie dheilen das Schicksal aller unsterblichen Genien des Fortschritt's! —

Questenberg (springt vom Stuhl auf).

Johnson. Der Herr hat keine Zeit — Zur Sache, wenn's kefällt.

Questenberg. Ich kann mir den Albert nicht erklären! (setzt sich.)

Johnson. Auf die Erfintung pin ick eine Million zu wagen pereit. —

Questenberg. So — ah!

Johnson (bei Seite). Orischinelles Penehmen. (laut.) Wenn tas kenügt, mein Herr, ßo steh' ick zu Tiensten.

Questenberg. Vollkommen genügt's, mein Herr — Schon achtmalhunderttausend . . . Wie kann ich aber erwarten, daß Sie mir solch' Vertrauen . . .

Johnson (aus einem Portefeuille Geld nehmend). Hier ist, was Sie wünschen.

Questenberg (indem er den Albert verwundert ansieht). Ich, ich weiß nicht . . .

Johnson. Sehen Sie nur hierher.

Questenberg (bei Seite). Er verzieht keine Miene . . .

Johnson. Ohne Umstände, mein Herr.

Questenberg. Sie bringen mich außer Fassung, mein Herr.

Johnson. Nehmen Sie, mein Herr.

Questenberg (bei Seite.) Keine, keine Miene! . . (laut.) Wie? gleich jetzt? ohne gerichtliche . . . Solche Summe!?

Johnson. Sind Sie tenn kein ehrlicher Mann?!

Questenberg. Nein, gütiger Herr, nein — 's ist hier nicht Mode. —

Albert. Die Verlegenheit meinem Gebieter zu ersparen, bestellte ich den Notar, der draußen wartet.

Johnson. Herr Albert tas war nicht prav von Ihnen.

Questenberg. Um Verzeihung — sehr brav! sehr brav! Ruf' ihn, braver Albert. (Sich freudig in die Hände reibend; bei Seite.) Der Einfaltspinsel blieb unschuldig . . .

Klaus (dem Albert in den Weg tretend). Halt' an, Bruder . . . Du willst ihn schamlos triumphiren lassen!?

Albert. Behindre mich nicht.

Klaus. Keinen Schritt weiter.

Albert. Bei den Achttausend, die ich Dir versprach. . .

Klaus. Ich schenke sie Dir — Alles was menschlich!

Johnson. Meine Herrn . . .

Questenberg. Was — giebts — Kinder.

Albert. Der Bube kam von Sinnen . . . (zu Johnson.) Ihnen theilte ich schon die Gründe mit, weshalb er den Spleen nicht los wird, daß die Erfindung des Herrn Questenberg mein Eigenthum sei.

Klaus. Glauben Sie meinen Versicherungen, Herr Johnson.

Johnson. Lieper Herr Klaus . . .

Klaus. Wenn's sich anders verhält, als ich Ihnen auseinandersetzte, so straf' mich der Teufel.

Johnson. Können Sie sich stützen auf Peweise.

Klaus. Es fällt schwer, denn der Treulose verleugnet alles; dessenungeachtet . . .

Johnson. Aber er muß wohl am pesten wissen —

Klaus. Herr Johnson, sein Gemüth verkehrte sich in Tollheit und er ist nicht Meister seiner Handlungen.

Albert. Thun Sie mir eins zu Gefallen, mein Gebieter. (Er sagt Questenberg etwas in's Ohr, worauf derselbe klingelt. Ein Bedienter erscheint, empfängt Befehle und eilt wieder ab.)

Johnson (zu Klaus.) Eines Vormunds scheinen Sie pedürftiger als er.

Klaus. Was!

Johnson. Reden Sie kein tummes Zeug weiter . . . Schämen Sie sich was!

Klaus. Ich bin ein ehrlicher Kerl, Herr Johnson.

Johnson. Wer läugnet's, allein —

Klaus (sich vor die Brust schlagend). Was Recht ist muß Recht bleiben!

Johnson. Schon kut, toch —

Klaus. Und ich sag's dem blassen Spitzbub' da in's Gesicht —

Johnson. Keine Injurien, Herr Klaus.

Klaus. Pah, ich fürchte mich nicht vor ihm, — mit mir ist die heilige Macht der Wahrheit.

Johnson. Ihr Petragen wird kanz abscheulich.

Questenberg (zu herbeieilenden Bedienten). Führt den Menschen in die frische Luft und macht ihm Umschläge . . .

Klaus. Die mach' ich Euch, Schurken — wagt mich anzutasten!

Questenberg (zu Johnson). Ich handle doch mit Ihrer Erlaubniß?

Johnson. Uepen Sie nur Hausrecht — er ist ein unkezogener Pupe.

Questenberg. Packt ihn! erzittert vor seiner Stimme nicht.

Klaus. Gemach, Sclaven! Ich weiche Eurer Ueberlegenheit. (Man knebelt ihn.) Sieh' her, Albert, so dankst Du des Freundes Müh'! Hätte ich das gewußt — doch Gott befohlen!

Eilfte Scene.

Die Vorigen ohne Klaus.

Albert. Verzeihen Sie dem armen Sünder, mein gütiger Gebieter.

Johnson. Er wußte nicht, was er dhat, — dragen Sie's ihm nicht nach.

Questenberg. Schuldigermaaßen sollte ich ihn auf der Polizei durchprügeln lassen.

Albert. Ihre Ehre blieb in unsern Augen ungekränkt.

Johnson. Was meinen Sie, taß solch' unansehnliker verkommener Keselle Ihnen schaden könnte —

Questenberg. Es ist gut, mein Herr — Ruf' den Notar, Albert.

Johnson. Lassen Sie, lassen Sie — Ick habe für heut' keine Zeit mehr und porge Ihnen das Geld bis morgen auf's planke Angesicht.

Questenberg. Ich weiß Ihr Vertrauen nicht hoch genug zu schätzen.

Johnson (das Geld ihm gebend). Zählen Sie die Summe kefälligst nach.

Questenberg. Es wäre wohl überflüssige Mühe.

Johnson (den Hut nehmend). Möchten wir ein paar klückliche Keschäftsfreunde werten und viel Heil und Segen zusammen ernten.

Questenberg. Ich habe keinen schönern Wunsch.

Johnson. Auf Wiedersehen — Ihr erkepenster Tiener.

Zwölfte Scene.

Die Vorigen ohne Johnson.

Questenberg. Mein guter Albert, welchen Dienst leistetest Du mir! — nicht unbelohnt darfst Du von hinnen; erbitte Dir eine Gunst.

Albert. Sie beschämen mich.

Questenberg. Fordre die Hälfte der Fabrik — fordre sie ganz! — Erweise mir die Freundschaft!

Albert. Sie wissen, daß ich von Ihren Anerbietungen keinen Gebrauch mache —

Questenberg (unterbrechend). Frei von Verstellung bin ich — glaub's mir, Albert . . . Willst Du den Reingewinn der neuen Webestühle im ersten Jahr?

Albert. Wie kann ich so viel wollen!

Questenberg. Morgen empfängst Du's schriftlich . . . Ach, wär's mir vergönnt, Dich glücklich zu machen!

Albert. Diese Gunst versagt Ihnen das Schicksal.

Questenberg. Scherz bei Seite.

Albert. 's ist zu spät!

Questenberg. Was hast Du?

Albert. Eine Wunde im Herzen, welche nicht mehr heilt.

Questenberg. Nahmst Du Schaden in der Liebe?

Albert. Sie ging mir verloren! . .

Questenberg. Deine Braut — zufolge?

Albert. Der Schmach von Ihnen mir aufgebürdet! . . Erbleichen Sie nicht mehr, Gott hat gerichtet!

Questenberg. Nimm — diese Summe gehört Dir!

Albert. . . . Das heilige Evangelium lehrt uns die Missethat hassen — nicht ihre botmäßige Hand, die ein blindes Glied am Körper unserer Menschheit ist — Ich verzeihe Ihnen.

Questenberg. Du! Du!

Albert. So wahr ich Ihr schwacher Bruder bin, der mit dem Apostel sich eitel rühmt: seht, alles duldete ich zur Erlösung aus der Sünde, ich ließ mich von Euch übervortheilen, verleumden, entehren, mit Füßen treten, in Ketten schlagen und nun stehe ich da, abgetödtet in meiner Leidenschaft, gleichgiltig für irdische Freuden, gebrochenen Herzens — ein verklärter Geist, zu dessen Füßen ihr Euch im Staube krümmt!

Questenberg. Das sprichst Du ironisch nur. — Entlaste mich dieses Judasgeldes, lass' mir ernten, was ich gesä't: Qualen der Hölle!

Albert. Denken Sie an die tausend nothleidenden Familien, die ihnen Arbeit, Gesundheit und Leben zum Opfer brachten und unverantwortlich sind für die Schuld, in welche Ihr Fall sie stürzt!

Questenberg. Geh', bezahl' die Gläubiger in meinem Namen — mir fehlt die Kraft.

Albert. Auch das noch? — Traun, ich bin kein Pharisäer und Schriftgelehrter, der das Christenthum nur mit der Zunge übt!

Questenberg. Lass', lass' — ist's eine Strafe für mich, so muß ich's thun.

Albert. Scheiden wir denn, um uns nie wiederzusehen.

Questenberg. Wohin gehst Du?

Albert (zeigt nach Oben).

Questenberg. Oh!

Albert. Ich vollendete und trage mein Kreuz auf den Golgatha! . . War's Ihnen Ernst eine Gunst mir zu erweisen, so sorgen Sie für mein Begräbniß; ich wünschte an keinem unanständigen Orte unseres Kirchhofs zu ruh'n. (Er will geh'n.)

Questenberg. Wahnsinniger, ich lasse Dich nicht fort — Hülfe!

Albert (ein Pistol aus der Tasche ziehend, das er sich auf die Brust setzt). Versuchen Sie nichts, oder ich ende sogleich.

Questenberg. O das ist entsetzlich!

Albert. Gemeine Seelen, vom Wermuthskelch der Feigheit berauscht, zittern vor dem Tode; Männer voll Freiheitssinn und Rechtlichkeit eilen ihm freudig entgegen! (ab.)

Questenberg. Bring' ich den Gläubigern das Geld und verfolge seine Spur!

Dreizehnte Scene.

Die Vorhänge zum Saal thun sich auf; man erblickt an einer langen Tafel die Gläubiger.

Questenberg. Wohlan, liebe Herren, ein Wunder. (Er wirft das Geld auf den Tisch.)

Alle. Geld . . . ah! ah!

Questenberg (mit zitternder Stimme). All' meine Schulden, all' meine Verpflichtungen, alles was Sie verlangen . . . Meinen herzlichsten, unaussprechlichsten . . . Ich bin krank, liebe Herren — vertheilen Sie unter sich die Summe und gestatten, daß ich mich wieder zurückziehe.

Erster Gläubiger. Ihr edles Gemüth fühlt sich durch unsre Maaßnahme verletzt.

Zweiter Gläubiger. Sie zürnen uns.

Erster Gläubiger. Hätten wir gewußt oder geahnt . . .

Questenberg. Bleiben Sie ruhig — Was mein Inneres bewegt gilt Ihnen nicht — doch ich baue auf Ihre Nachsicht — meinen unterthänigsten Diener.

Vierzehnte Scene.

Die Vorigen ohne Questenberg.

Erster Gläubiger. Ein kurioses Benehmen!

Zweiter Gläubiger. Fein überlegt, fein studirt! Er hängt uns einen dicken Zopf an.

Erster Gläubiger. Teufel, wir waren zu leichtgläubig.

Zweiter Gläubiger. Einen Mann von seinem Ruf, von seiner Bedeutung zufolge einiger Börsengerüchte mir nichts dir nichts zur Erklärung zu drängen!

Erster Gläubiger. Den dummen Streich brockte uns Blashammer ein.

Zweiter Gläubiger. Suchen wir eine schickliche Gelegenheit ihm das Geld zurückzugeben, denn er wird es wohl nöthig haben. (Einige bemächtigen sich der Summe und fangen an nach dem Schuldbuche auszutheilen.)

Funfzehnte Scene.

v. Zitterwitz. Blashammer.

v. Zitterwitz. Beten wir: Herr führe uns nicht mehr in Versuchung! . . Mir schwimmt's schwarz und weiß vor Augen, denke ich — (kopfschüttelnd) Der infernalische Plan hätte mich doch, hätte mich doch — Oh, was ist der Mensch in einer unglücklichen Lage! . . . Als Politiker, als Staatsmann bekenne ich mich fortan zur philantropischen Ansicht, daß die Noth die Mutter aller Laster sei.

Blashammer. Von wo er nur das Geld hat!

v. Zitterwitz. Die Frage regt mir das Herz nicht auf, wohl aber eine andere! Was fange ich nun mit dem Capitälchen an? Wo bringe ich's unter; wer nimmt's mir ab?! — Die alte Sorge wurde man los und gleich folgt ihr die neue!

Blashammer. Ich bin bereit sie auf mich zu laden.

v. Zitterwitz (erschrocken bei Seite). Daß ich meine Zunge nicht bewachte! (laut.) So meinte ich's nicht, Herr Blashammer.

Blashammer. Ich kann das Capitälchen gut brauchen. . .

v. Zitterwitz. Zu viel Güte.

Blashammer. Ohne Federlesen, Herr Regierungsrath.

v. Zitterwitz. Sie wollen sich unnöthig belästigen.

Blashammer. Wenn ich Ihnen sage, daß ich's gut brauchen kann!

v. Zitterwitz. Sie verstellen Sich blos aus Freundschaft — Ich seh's Ihnen an.

Blashammer. Ich geb' Ihnen zehn Prozent.

v. Zitterwitz. Zu viel für einen guten Christen.

Blashammer. Ich geb' Ihnen zwölf Prozent.

v. Zitterwitz. Danke, danke.

Blashammer. Ich geb' Ihnen funfzehn Prozent.

v. Zitterwitz. Bemühen Sie sich nicht weiter.

Blashammer. Zwanzig Prozent.

v. Zitterwitz. Mäßigung.

Blashammer. Fünf und zwanzig Prozent.

v. Zitterwitz (sich die Ohren zuhaltend, mit weinerlicher Stimme). Da hab ich nun den Teufel auf dem Nacken.

Blashammer. He, nahmen Sie nicht noch mehr ohne Erröthen? Ist das Geld des Schwarzkünstlers besser als meins? (für sich) Wem er's nur abjagte!

v. Zitterwitz. Mein Kapitälchen erwischt kein Kaufmann, kein Spekulant und Fabrikant mehr; lieber vergrab' ich's, lieber werf' ich's in einen Brunnen! Ach, ehe man sich solcher Marter aussetzt! Ertrug ich nicht mehr Schmerz als die drei Männer im feurigen Ofen!

Blashammer. Sie beschimpfen meinen Stand.

v. Zitterwitz (zurückbebend). Durchaus nicht . . .

Blashammer. Sie halten mich für einen Gauner.

v. Zitterwitz. Keineswegs . . . (bei Seite.) Gut, daß hier Leute sind.

Blashammer. Für einen Betrüger.

v. Zitterwitz. Um Vergebung . . . (bei Seite.) Wie werde ich den Aufdringling los.

Blashammer. Erklären Sie sich gemessener.

v. Zitterwitz. Nein, Herr Blashammer, ich, ich, ich halte Kaufleute bl — bl — blos für unsich — chere Menschen.

Blashammer. Eines einzigen Schurken wegen.

v. Zitterwitz (für sich). Courage! (laut.) Ei, ei, es giebt keinen ehrlichern Mann auf der Welt als Questenberg.

Blashammer (mit einer Grimasse). Weil er bezahlte! ah!

v. Zitterwitz (die Fäuste geballt). Wegen der Verleumdung sollten Sie sich gerichtlich verantworten . . .

Blashammer (stampft wüthend mit dem Fuß).

v. Zitterwitz (dadurch in die Flucht getrieben). — Unsauberer! wer mehr Schurke ist, ob er oder Sie, steht in Frage! . . . (ab.)

Blashammer. — — Von wo er nur das Geld hat! — Gescheitert in Neapel, gescheitert hier! Meine Verluste sind unersetzbar; der Gram tödtet mich!

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