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Das Speicherbuch

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Reading edition

Original-Einband

Quickborn-Bücher / 2. Band

Das Speicherbuch

Für den „Quickborn“ in Hamburg

herausgegeben von

Johs. E. Rabe

Dritte, überarbeitete Auflage (6.-10. Tausend) des Buches „Von alten hamburgischen Speichern und ihren Leuten“.

Quickborn-Verlag in Hamburg

Deko: Quickborn-Verlag, links
Deko: Quickborn-Verlag, links
Deko: Quickborn-Verlag, rechts
Deko: Quickborn-Verlag, rechts

Umschlagzeichnung von Hans Förster, Bilder im Buche von Carl Schildt, Christian Förster und W. Lühring in Hamburg. Bildstöcke von Carl Griese in Hamburg. Druck von J. J. Augustin in Glückstadt und Hamburg.

Illustration from Das Speicherbuch

Hamburger Fleet Zeichnung von C. Schildt.

⇒ GRÖSSERES BILD

Seit dem Eintritt Hamburgs in das deutsche Zollgebiet wird der größte Teil unserer überseeischen Einfuhr im neugeschaffenen Freihafenviertel gelagert, während für unsere alten Speicher nur noch geringer Bedarf verbleibt. Sie sind daher vielfach schon abgerissen worden, um neuartigen Geschäftshäusern Platz zu machen, die durch zahlreiche behagliche Schreibstuben und helle, weite Lagerräume für deutsche oder zollfreie Waren, sowie durch ausgedehnte Werkstätten Aussicht auf gute Verwertung bieten. Die wenigen, die nach Wiederkehr besserer Zeiten noch eine Weile ihr Dasein fristen mögen, haben im Innern meistens so durchgreifende Umwälzungen erfahren, daß man den früheren Zustand kaum noch zu ahnen vermag. Aber auch andere Veränderungen machen sich im Hamburger Geschäftsviertel bemerkbar. Der Betrieb spielt sich durch neue Hülfsmittel und Erleichterungen nicht mehr in derselben schwerfälligen und mühseligen Weise ab wie früher und schon dadurch wird auch der Menschenschlag ein anderer, den wir bei der Arbeit treffen, ganz abgesehen von sonstigen neuzeitlichen Verhältnissen und Ansprüchen. Endlich aber ist erklärlicher Weise eine ganze Reihe niederdeutscher Bezeichnungen, Redewendungen und Ausdrücke im Verschwinden begriffen, weil sie in die Jetztzeit nicht mehr so recht hineinpassen wollen. Hiervon mitzuteilen, so viel ihm aus seinen Hamburger Erfahrungen noch gegenwärtig war, hat Herr Walter Redslob in Temuco (Chile) im Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 32 S. 55 f. unternommen, was dann zu gegenwärtiger Arbeit für den „Quickborn“ den ersten Anstoß gab.

Ich habe versucht, das Bild des Lebens und Treibens in unseren alten Speichern vor Eintritt der großen Umwälzung hier wenigstens in einigen Hauptzügen festzuhalten, durchweg auf Grund eigener Erinnerungen und Forschungen, aber mit Unterstützung zahlreicher Freunde, denen ich auch bei dieser dritten Auflage wieder vielfach zu Dank verpflichtet bin.

Hamburg, im Dezember 1916

Johs. E. Rabe

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