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Buchstabenmystik

Note 17 — I. DIE WURZELN DER BUCHSTABENMYSTIK

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Die Erzählung ist wohl eine altägyptische Legende, vgl. Reitzenstein, Zwei religionsgesch. Fragen (1901) S. 123, Poimandres 123. Die Kritik des Königs an der Erfindung — er meint, sie wird das menschliche Gedächtnis schwächen — ist jedoch sicher erst platonisch: sie paßt zu gut zu einer Tendenz des Dialoges, die mündliche Dialektik über alles Schreiben zu stellen, und stimmt überein mit Platons nicht sehr hoher Meinung von den Ägyptern überhaupt. Phileb. 18 b wird erörtert, wie zwischen dem Eins und dem Vielen ein richtiges Vermitteln nötig sei. Theuth — εἴτε τις ϑεὸς εῖτε ϰαὶ ϑεῖος ἅνϑρωπος (das Schwanken, ob Theuth Mensch oder Gott ist, ist in ägyptischen Vorstellungen begründet, Reitzenstein, Zwei religionsgesch. Fragen (1901) S. 119) — sei da vorbildlich verfahren: als er darüber nachdachte, wie in der φωνή ἄπειρος ein ϰέρας zu finden sei, erklärte er nicht kurzerhand alles für ein ὲν — etwa wie der p. 15 e köstlich geschilderte junge Mann — sondern unterschied zuerst φωνήεντα, dann tönende Konsonanten, dann ἄφωνα. Erst zum Schluß faßte er alles unter dem Begriff στοιχεῖον zusammen. Der folgende Satz heißt in deutscher Paraphrase: weil er aber sah, daß keiner von uns jemals in die Lage komme, nur einen einzigen Buchstaben ohne die übrigen verstehen zu müssen, so fand er noch das Band, das, selbst eine Einheit, auch all dies zur Einheit — nämlich zur φωνή, der Mitteilung in Worten und Sätzen — gestaltet, und nannte diese Kunst, weil sie bei den γράμματα zur Verwendung kommt, γραμματιϰὴ τέχνη. Vgl. v. Bissing, Neue Jbb. 29 (1912) S. 95 f.

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