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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1866)

Note 41 — ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

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Bei G. M. ist an dieser Stelle folgender ausführlicher Excurs eingeschaltet: „Die Landgraven von Leuchtenberg haben einen Theil vom Nordgau inn gehabt. Ihr Stamm-Hauſs ist Leuchtenberg, nicht weit von der Naab, auf einen sehr hohen Berg, daſs man solch Schloſs auf viel Meilwegs sehen kan. In alten Brieflichen Urkunden wirds Luickenberg genannt; sind vorzeiten mächtige Fürsten gewesen, die aber hernach sehr abgenohmen vnd eine Herrschafft nach der andern verkaufft. A. 1281 verkaufft Landgrav Vlrich den Burggraven zu Nürnberg das Schloſs Rauhen Culm, welches auf einen hohen Berg im Nordgau gelegen, welcher Berg wegen seiner Höhe auf 5 oder 6 Meilen kan gesehen werden. Ist noch heutiges Tages, samt dem beyliegenden zerstörten Städlein, das Neustadt am Culm genannt, Marggrävisch, so sich Burggraven zu Nürnberg schreiben. Das Schloſs aber Rauhen Culm ist im Marggrävischen Krieg durch die Nürnberger zerstöret worden, und nichts mehr zu sehen, dann etliche rudera und Stein-Hauffen. Kayser Ludovicus Bavarus kauffte vom Landgraven Vlrichen, mag vielleicht des vorigen Sohn gewesen seyn, die Herrschafft Floſs und Parckstein um 1450 Mark Silbers geschehen A. 1316 wie solcher Kauff Brief zu Pfreimbd vorhanden. Dieser Landgrav Vlrich verkaufft auch Herzogen Heinrich, dem jüngern, in Bayern die Veste Falckenstein: an der Bezahlung gab ihm der Herzog Pfreimbd, A. 1332, welches Amt zuvor durch einen Bayerischen Pfleger ist verwaltet worden. A. 1366 theilten die 2 Brüder Vlrich und Johann, Söhne Vlrici, mit einander Pfreimbd, Leichtenberg, zum Stein, Stierberg, Pezenstein, Dürschenreuth, Pleystein, Reichenstein, Schönsee, Gravenwörth, Schwarzenburg, Rätz, Waldmünchen; A. 1405 verkaufft Landgrav Johann Creilſsheim den Burggraven zu Nürnberg. A. 1418 verkaufft Landgrav Johann, vorigen Johannis Sohn, Pleystein mit aller Zugehör im Nordgau Pfalzgrav Johanni um 12000 fl. A. 1449 ward Landgrav Luitpold Vicedom zu Amberg, starb im Jahr 1463. Luitpoldi Sohn war Landgrav Fridrich Sulzbachischer Vicedom; Seine Gemahlin war Dorothea, Grav Philipps von Scheineck Tochter. Von diesem Graven Philipp kommt Gravenfeld an die Landgraven. Dieser Landgrav Fridrich hat unter andern Kindern einen Sohn gehabt, Johann genannt, Vicedom zu Amberg, der Sulzbacher abgesagter Feind, so ihnen im Bayrischen Krieg viele Feindseligkeiten bewiesen, dann er diente Pfalzgraven Ruperto, darum ward er auch mit ihm vom Kayser Maximiliano in die Acht erkläret: ist gestorben 1531. Verlieſs 3 Söhne..... so nicht wohl bey Sinnen, Christoph einen wackern Kriegsmann zu Caroli V. Zeit, und Georgen, dessen Gemahlin eine Marggravin zu Brandenburg und ist im Marggrävischen Krieg sehr zu schaden kommen, er starb 1555, verlieſs einen Sohn Georg Ludwig, welcher offt zu Ott-Heinrichen nach Sulzbach kommen, Principum Mercurius, so seine meiste Zeit mit hin und wieder Reisen hat zugbracht, und ist endlich zu Wien gestorben. Hat einen unehlichen Sohn verlassen, in welchem nichts Fürstliches zu sehen war. Ist endlich von seinem Schwager Maximiliano, Herzogen in Bayern in ein Closter verschlossen worden. Factus ex desperatione Monachus, in dem doch nichts geistliches jemahls gewesen. Sein Sohn war Maximilianus Adam, der letzte seines Namens und Stammes, starb A. 1646.“. —

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