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Allgemeine Physiologie

Note 702 — Sechstes Kapitel. Vom Mechanismus des Lebens. (continued 2)

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Sofern die Verdichtung bis zum Grade einer Gelatinierung vorschreitet, die häufig von einer Flüssigkeitsabgabe von seiten des gelatinierenden Sols begleitet ist (cf. FISCHER u. OSTWALD „Zur physikalisch-chemischen Theorie der Befruchtung“ in Arch. ges. Physiol., Bd. 106, 1905 p. 232), würde das Hyaloplasma während seiner Gelatinierung Flüssigkeit an die Wabenräume abgeben können und sich hierbei natürlich selbst kontrahieren. Es wäre hierdurch einem Einwand begegnet, den GURWITSCH gegen die BÜTSCHLI-RHUMBLERsche Theorie erhoben hat, daß nämlich Flüssigkeitsströme keine Zugwirkungen zu erzeugen vermöchten (GURWITSCH: „Morphologie und Biologie der Zelle“, Jena 1904, p. 319). Im übrigen ist der Unterschied zwischen fest und flüssig bei den Kolloiden kein abrupter sondern ein gradueller, und eine zähflüssige Flüssigkeit, um die es sich natürlich bei der Zellstrahlung allein handeln kann, vermag sehr wohl, was GURWITSCH übersehen hat, Zugwirkungen auszuüben und zu übertragen; so kann man beispielsweise relativ erhebliche Lasten an einem zähflüssigen Fischleim- oder Schleimfaden über eine bewegliche Unterlage, z. B. auf einer Quecksilberoberfläche hinziehen; oder der betreffende Faden zieht die Last selber heran, wenn man ihn mit seinem einen Ende festgelegt hat und er sich infolge seiner Oberflächenspannung zur Kugel zusammenzieht.

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