Note 8 — III.
Reading edition
Von dem Spencer'schen Gedanken der Versöhnung zwischen Wissenschaft und Religion zeigt sich der amerikanische Prediger M. J. Savage in seinem, auch in deutscher Übersetzung erschienenen Werke: »Die Religion im Lichte der Darwin'schen Lehre« (Leipzig 1886) beeinflußt. Nach Savage ist die Welt eine stufenweise Entwickelung Gottes; seine Lehre wird also am besten als Panentheismus bezeichnet werden. Von der Evolutionslehre heißt es »sie gehe auf das reine Wort Jesu zurück und erfülle es kräftig mit der ganzen Erkenntniß und Macht der modernen Wissenschaft. Indem sie jedes Gesetz der Natur, des Geistes und der Religion nur als einen Ausfluß des lebendigen, liebenden und gerechten Gottes auffaßt, identificirt sie Moral und Religion durchaus, oder macht vielmehr die Moral zu einem Zweige der Religion, welche größer ist und umfassender.« Das Buch ist voll naiver Wunderlichkeiten, wie wenn der Verfasser auf die Frage, wie lange es währen wird, bis die Welt ihren Höhepunkt erreicht hat, antwortet: »Tausende von Jahren, denn Gott hat keine Eile, ihm bleibt die Ewigkeit für sein Wirken« etc. Wohlthuend aber wirkt das Vertrauen des Verfassers, daß der Menschheit eine große Zukunft bevorsteht.