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Zur neuen Lehre

Note 5 — II.

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Der Verfasser geht so weit, schließlich auch noch Vorschläge für einen neuen Cultus zu machen, der aus diesem »Glauben« (sic!) erwachsen soll. Man erbaue sich an den folgenden Ausführungen:

»Ein Hauptbedürfniß des Gemüthes ist zeitweilige Befreiung von dem Drucke der Irdischkeit, gerade dies treibt den Gedanken eines überweltlichen Gottes und der seligen Unsterblichkeit hervor und den Cultus, der aus diesem Glauben erwächst. Ich kann mir denken, daß man einer solchen Religion in derselben Weise sich hingebe, wie man sich der Betrachtung von Kunstwerken, dem edlen Naturgenuß, der Poesie hingiebt. Die Cultusstätten müßten von der Art sein, daß sie die Vorstellung eines seligen geistigen Lebens unterstützten, also Alles, was den Geist hemmt, muß zurücktreten, was ihn weckt und beflügelt, hervortreten, und zwar den Geist als Hoffnung und Phantasie. Vom Protestantismus wäre dabei zu nehmen Lied, Gebet, begeisterte und zugleich beschwichtigende Rede; vom Katholicismus die Kunst, was sowohl den Bau als die Ausschmückung betrifft. Die ausschmückende Kunst hätte die großen Erscheinungen der Natur und Geschichte darzustellen, welche eine erhebende oder sittlich-weckende Kraft haben. Grundton des Gottesdienstes müßte sein: Im Leben seid Ihr mit Gutem und Ueblem ausgestattet, je mehr Ihr lernt das Uebel mit dem Guten überwinden, desto mehr erwacht in Euch die Hoffnung in einem höheren und reineren geistigen Zustand zusammengehalten durch Einen großen Friedensgeist ewig zu leben nach dieser Erde. An dieser Hoffnung und ihrem stärkenden Frieden sammelt Ihr Euch und genießet in dem religiösen Verein einen Vorschmack des Gehofften.« Ein Schatz für Predigt, Gebet und Lied müßten die hier einschlagenden Worte aller Religionsstifter und großen Männer aus allen Völkern und Zeiten sein. Kurzum, der Gottesdienst müßte ein Weltbild geben und zugleich, den Menschen in der Welt haltend, ihn mit Hoffnung darüber hinaus erfüllen, aber nicht durch Kontrast, wie bisher in den großen Religionen (die Welt ein Jammerthal, der Himmel Erlösung), sondern aus den Anfängen befriedigenden geistigen Seins auf Erden müßten Glauben und Hoffnung eines seligen Seins mit einem geistigen Mittelpunkte anwachsen.« – Doch genug.

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