Note 31 — Der russisch-türkische Konflikt.
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Kaiser Nikolaus sagte auf der Parade zu Schöler am 3./20. März: „daß Preußen sich gegen die andern Mächte nach wie vor für Rußlands Recht erklärt, von einer tätigen Unterstützung ist nie die Rede gewesen“. Fast zur selben Zeit faßte der König in einem Brief an seinen Sohn (16./28. März 1828) die Lage dahin zusammen:.... Alles, was jetzt in der politischen Welt vorgeht, sind die Folgen des Protokolls und des trilateralen Vertrages; wollte man durch diese dahin kommen, wo wir gekommen sind, so ist der Zweck erreicht, denn daß das Resultat derselben das ergeben würde, was es ergeben hat, daran habe ich keinen Augenblick gezweifelt, daher ich auch die jetzige Lage der Dinge als etwas keineswegs unerwartetes betrachte. Wohin sie aber führen kann, ist nicht leicht vorauszusehen, denn daß der Trilateralvertrag ohne Krieg ein Unding war, war klar vorauszusehen. Et j’en reviens toujours à nos moutons, das heißt auf die Grundsätze, die ich über diese Angelegenheit von Anfang an ausgesprochen habe, niemand aber wollte darauf hören. Nun ist die Verwirrung der Meinungen da; meine Schuld ist es nicht, denn ich habe zu Gunsten Rußlands bei Österreich und England zu wirken versucht, so viel ich vermochte ohne Unterlaß, allein umsonst. Österreich blieb wenigstens seiner Politik treu, aber was soll man von England denken? Wellington ist freilich nicht Canning und was dieser gebraut hat, will jener nicht ausbaden, weil, wie es klar genug war, Englands Interesse keinen verderblichen Krieg mit der Pforte haben will.... Schöler präzisierte Preußens Notwendigkeiten und Möglichkeiten sehr scharf: „Nun scheint aber Preußen mir die Macht zu sein, die diese Aufgabe, Europa vor einem allgemeinen Kriege zu bewahren, und damit zugleich die Frage lösen könne, welche Stellung sie in dem europäischen Staatenvereine einnähme und alle Verhältnisse scheinen mir dazu anzumahnen, gleichsam zu dem Entschlusse hinzudrängen, dieser Lösung uns zu unterziehen. Wenn Preußen, mit allen seinen bisherigen Erklärungen übereinstimmend, ernst und milde ausspricht, öffentlich ausspricht, daß es Rußlands volle Befugnis, ja selbst Verpflichtung, die Pforte zu Paaren zu treiben, anerkenne, und im eintretenden Falle nach dieser Überzeugung verfahren werde, dann werden England und Österreich sich gewiß nicht zu Schritten entschließen, zu denen sie ohnehin keine wahrhafte Verletzung eines wesentlichen Interesse auffordert. Eine solche Erklärung berechtigt aber vollkommen andererseits auch hinzuzufügen, daß selbige nur auf das Vertrauen in des Kaisers Mäßigung und festen Entschluß, sich keine anderweitigen Vorteile anzueignen, begründet sei, folglich auch nur mit diesem Vertrauen bestehen und gültig bleiben kann.“ (Schöler an Graf Bernstorff, 1/13. April 1828, dem Sinne nach identisch mit einem zwei Tage vorher an den König abgeschickten Bericht.)