Note 23 — Der russisch-türkische Konflikt.
Reading edition
Dazu die ausführliche Äußerung Friedrich Wilhelms III. an seinen Sohn, Berlin, den 28. Februar/8. März 1828:.... mit einigem Befremden ersehe ich durch sie (d. i. Deine Briefe), daß man die politischen Verhältnisse Preußens aus einem Gesichtspunkte anzusehen fortfährt, den ich durchaus als unrichtig annehmen muß, ja, daß man Dich selbst fast dahin gebracht hat, diese Ansichten einigermaßen zu teilen. Allerdings haben sich seit Deiner Abreise von hier die orientalischen Angelegenheiten in einer für mich aber keineswegs unerwarteten Weise gestaltet. Die unsrigen sind jedoch dieselben geblieben und mußten auch ganz natürlich dieselben bleiben, wenn man nicht durchaus die Stellung Preußens verkennen will. Pour refraichir nos idées, wie man zu sagen pflegt, habe ich den Grafen Bernstorff beauftragt, ein Mémoire für Dich anzufertigen, das ich Dir.... überschicken werde. Es enthält eine deutliche Übersicht über die jetzige Lage der Dinge, und die darin abgesprochenen Grundsätze sind vollkommen die meinigen. Ich überlasse Dir, davon beliebigen, aber vorsichtigen Gebrauch zu machen. Im allgemeinen ist die Lage Europas sehr bedenklich, zumal wenn Rußland mit den Ansichten Englands nicht einverstanden sein sollte und isoliert zu handeln entschlossen wäre, woraus unabsehbare Verwicklungen entstehen müßten, die höchst traurige Folgen haben müßten. Daß also unter solchen Umständen an eine tätige militärische Teilnahme unsererseits nicht gedacht werden kann, liegt klar zu Tage. Truppen zu haben, ist allerdings eine wesentliche Sache, allein blos um dies zu erlangen, macht man noch keinen Krieg nicht....