Note 64 — Chapter VII
Aylmer Maude translation
Die Lücke von fünf Jahrhunderten, welche zwischen den Kunstphilosophischen Betrachtungen des Plato und Aristoteles und die des Plotins fällt, kann zwar auffällig erscheinen; dennoch kann man eigentlich nicht sagen, dass in dieser Zwischenzeit überhaupt von ästhetischen Dingen nicht die Rede gewesen; oder dass gar ein völliger Mangel an Zusammenhang zwischen den Kunst-anscliauungen des letztgenannten Philosophen und denen der ersteren existire. Freilich wurde die von Aristoteles begründete Wissenschaft in Nichts dadurch gefördert; immerhin aber zeigt sich in jener Zwischenzeit noch ein gewisses Interesse für ästhetische Fragen. Nach Plotin aber, die wenigen, ihm in der Zeit nahestehenden Philosophen, wie Longin, Augustin, u. s. f. kommen, wie wir gesehen, kaum in Betracht und schliessen sich übrigens in ihrer Anschauungsweise an ihn an,—vergehen nicht fünf, sondern fünfzehn Jahrhunderte, in denen von irgend einer wissenschaftlichen Interesse für die Welt des Schönen und der Kunst nichts zu spüren ist.
Diese anderthalbtausend Jahre, innerhalb deren der Weltgeist durch die mannigfachsten Kämpfe hindurch zu einer völlig neuen Gestaltung des Lebens sich durcharbeitete, sind für die Aesthetik, hinsichtlich des weiteren Ausbaus dieser Wissenschaft verloren.—Max Schasler.