Note 26 — Potsdam und Umgebung
Reading edition
Es heißt in dem genannten Gedichte, das allerdings mehr den Charakter einer Romanze als eines Idylls hat, wörtlich:
Wir sind da! Faßt Dich ein süßer Schrecken Zwischen diesen Bergen hier von Kalk, Wo der Blutfink baut in Kreuzdornhecken, In der Eiche Kranz der Lerchenfalk? Witterst Du der wilden Erdbeer Würze Und des wilden Wermuts bittren Duft? Mahnt Dich an des Herbstes Regenstürze Des zerriss’nen Berghangs tiefe Schlucht?
So geht es weiter im Stile von „Spinneweb mit Blut betaut“, ohne daß von Blutfink und Lerchenfalk das geringste zu bemerken wäre. Überhaupt ist es charakteristisch für die ganze Dichtungsweise Schmidts von Werneuchen, daß er sich in allen Gattungen der beschreibenden Poesie der höchsten Korrektheit, die dann sein Stolz war, befleißigt, sofort aber in Unnatur verfällt, wenn er den Boden des äußerlich Gegebenen verläßt und aus sich selbst zu schöpfen beginnt.