Note 6 — Erster Abschnitt. Einleitung. Des Dichters Herkunft. Die Sänger des Thurgaus. Friedrich von Oesterreich. Des Dichters Jugend.
Reading edition
Ueber die St. Gallischen
Vogelweider
s.
Arx
II 196;
Leu
,
Allgem. Helvet. Lexicon
Thl. 18 S. 676. Sie kommen zuerst 1430 vor. Das Schreiben des Herrn v.
Arx
besagt darüber Folgendes:
»Ich bezweifle es sehr, ob Walther Vogelweider von St. Gallen her sey. Denn nie kömmt dieses Geschlecht in ältern Zeiten, sondern erst im 15. Jahrh. da vor, wo von allen Orten her Leute sich in St. Gallen ansiedelten, oder wieder abzogen. Mir scheint Vogelweider eher eine Bedienung ausgedrückt zu haben, und von dieser in einen Geschlechtsnamen übergegangen zu seyn. Nämlich so wie Kuchimeister einen Proviantmeister, und Füller (impletor), Spiser, andre Verrichtungen anzeigten, und nachhin zu (St. Gallischen) Familiengeschlechtern wurden, so war Vogelweider ohne Zweifel ein Mann, der sich mit dem Fangen, Füttern, Abrichten der Vögel eines Großen abzugeben hatte, denn Fogilweida hieß eben das, was Aviarium, Glossar sec. 10. in. ab Ekhart, und ohne solches Vogelbehältniß und einen Wärter desselben konnte der Falkenjagd wegen und des Finkenfangs kein Fürst oder Graf seyn. Es mußte darum aller Orte Vogelweider geben.«
Im Würtembergischen ist der Name
Vogelwaid
nicht selten.