← Table of contents
Walther von der Vogelweide

Note 5 — Erster Abschnitt. Einleitung. Des Dichters Herkunft. Die Sänger des Thurgaus. Friedrich von Oesterreich. Des Dichters Jugend.

Reading edition

Die oftangeführte Geschichte des Kantons St. Gallen giebt eine umständliche geschichtliche Ortsbeschreibung dortiger Gegend, auf die reichhaltigen, in hohes Alterthum hinaufreichenden Urkundensammlungen des St. Gallischen Archivs gegründet. Nirgends aber erwähnt sie einer Burg Vogelweide. Um desto sichrer zu gehen, habe ich an Herrn v. Arx selbst mich schriftlich gewendet und von ihm die Bestätigung erhalten, daß ihm von einem Schlosse dieses Namens nie eine Meldung aufgestoßen sey. Möglich wäre eine Verwechslung mit Vögelinsberg oder Vögeliseck. In dem St. Gallischen Jahrszeitenbuche (Goldast, Script. Rer. Alem. Tom. I), das 1272 geschrieben wurde, kömmt ein Ruodolfus dispensator de Voegillinsberc vor. Notker III., Vorsteher der St. Gallischen Klosterschulen, gest. 1022, hatte bei Speicher, in der Gegend, wo jetzt das weitausschauende Vögeliseck steht, ein Gehege (vivarium), worin er Wild und seltene Vögel, die er am meisten liebte, verwahren und füttern ließ. Es ist vermuthet worden, daß hier die Heimath des Geschlechtes v. d. Vogelweide zu suchen sey, welcher Name im Munde des Volks in Vögeliseck umgewandelt worden seyn möchte. Man überzeugt sich leicht, wie sehr es hiebei an einem sichern Halt gebreche.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings