Note 55 — XIX.
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Ein anderer Officier war niederträchtig genug gewesen, sein Recht auf Auswechselung um Gold einem Andern zu verkaufen. Er wurde mit Mühe von der Todesrache eines dritten Officiers gerettet, dem er zuerst seine Ansprüche abgetreten hatte, um sie dann, da ein Anderer eine höhere Summe ihm bot, heimlich diesem zu überlassen, indem er vor dem feindlichen Chef des Depots unauflösbar den Contract einging. Juan, ein braver, biederer Sohn des Gebirges, kernig an Körper und Geist und Herz, jeder Falschheit unfähig und sie hassend mit der ganzen, herrlichen Gluth seiner Seele, dabei wild und leidenschaftlich ewige Rache athmend, wie unerschütterlich fester Freund — Juan hörte die Schreckenskunde, durch welche die sichere Hoffnung, das höchste Ziel alles seines Strebens so bubenmäßig ihm geraubt und in ungewisse Ferne hinausgerückt war. Wir wurden am Abend in unsere Casematte eingeschlossen. Da zog Juan ein Papier hervor und las den zwei und dreißig, die wir zusammen dort wohnten, die Verpflichtung vor, welche Ruiz gegen ihn eingegangen; zugleich erklärte er, wie dieser Ruiz nun schändlich sein Wort gebrochen. Er nahete darauf dem Bette desselben und sagte ihm ruhig. „Du hast fünf Minuten Zeit, Dich vorzubereiten, dann mußt Du sterben.“ Lautlos starrte der Wicht ihn an und brach in Thränen und Klagen und Flehen aus. Wie die fünf Minuten verflossen, ergriff Juan zwei mächtige Bretter und reichte Ruiz das eine derselben dar mit den Worten: „Waffen haben wir nicht — nimm dieses und wehre Dich gut; denn wehrst Du Dich, so schlage ich Dich todt, und wehrst Du Dich nicht, so schlage ich Dich auch todt.“ Die übrigen Officiere sahen gleichmüthig dem zu, ohne sich zu rühren; auch der Vater von Ruiz, der den Sohn zu solcher Erbärmlichkeit überredet hatte, drückte sich in einen Winkel. Dieser aber, anstatt das dargebotene Brett zu ergreifen, wimmerte feig und jammerte weinend um Hülfe, um Rettung, bis er, als Juan den Schlag zu führen seinen Arm hob, in Todesangst mit weitem Sprunge zwischen Guiguer’s und mein Bett sich warf, unsere Kniee flehend umklammerte und — unter den Betten verschwand. Dem Einflusse meines Freundes gelang es, Juan auf einen Augenblick durch Bitten und durch die Bemerkung zu entwaffnen, daß er sich nicht mit dem Blute eines solchen Wichtes besudeln dürfe; und ehe die Verachtung dem wieder auflodernden Zorne gewichen, war Ruiz dem Chef des Depot übergeben, der ihn auf ein Castell abgesondert bringen ließ. Er entschloß sich dann, für Isabella Parthei zu nehmen, und ward aufgenommen.