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Versuche über Pflanzenhybriden

Note 26 — II. Ueber einige aus künstlicher Befruchtung gewonnene Hieraciumbastarde.

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Zu S. 50. An der Bastardnatur der von Mendel beobachteten, leider nicht detailliert beschriebenen Formen ist[H] — trotz der Feststellung des Vorkommens von ungeschlechtlicher Fortpflanzung bei Hieracium durch C. Ostenfeld und C. Raunkiaer — durchaus nicht zu zweifeln. Als Charakteristica seien nach Mendel hervorgehoben: in erster Linie Mehrgestaltigkeit (Pleiotypie) der ersten Generation — mit Ausnahme von 2 einförmigen Hieraciumbastarden —, teils Mittelstellung, teils Reinausprägung der konkurrierenden Elternmerkmale, jedoch selbständige Neukombinierung von Merkmalen. Nach der Faktorentheorie lässt echte Mehrgestaltigkeit, d. h. Bestehen der I. Generation aus differenten Typen mit charakteristischverschiedener Deszendenz auf einen heterozygotischen Charakter, bzw. auf Bastardierungsherkunft der einen oder gar beider Elternformen schliessen. Für Hieracium erscheint diese Deutung gestützt durch die sichtliche Neigung zur Bastardierung schon in der freien Natur. (Vgl. H. Zahn, Allg. bot. Zeitschr. v. A. Kneucker, Nov. 1904.) Daneben ist allerdings nach Correns, wenigstens für gewisse Fälle, an die Möglichkeit zu denken, dass Mendel zwar äusserlich gleich erscheinende, jedoch innerlich oder kryptomer, bzw. in ihrem Faktorengehalte verschiedene Individuen, wie sie bei der normalen Aufspaltung in zahlreichen Fällen mehrfaktoriger Bastardierung bereits festgestellt sind, zur Pollengewinnung benützte. — In zweiter Linie erscheinen Mendel's Hieraciumbastarde charakterisiert durch Konstantbleiben der einzelnen Typen, also durch anscheinendes Fehlen von Spaltung. Dieses auffällige Verhalten könnte allerdings, z. T. wenigstens, durch ungeschlechtliche, bzw. apogame Fortpflanzung der einzelnen Typen der echten Bastarde erster Generation vorgetäuscht worden sein.

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