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Versuch einer Ethnographie der Philippinen

Note 5 — II. Malaien.

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Die Religionen der alten Tagalen und Zambalen waren nicht, wie Buzeta und Bravo berichten, identisch, aber doch sehr ähnlich. Sie kannten einen obersten Gott („Malyari”), zwei minder mächtige Hauptgottheiten Acasi und Manglobag und eine Anzahl Diiminores. Der Priesterstand spielte bei ihnen eine wichtigere Rolle als bei den übrigen Malaien der Philippinen. Der Hohepriester oder Papst („Bayoc”) weihte den einzelnen Gottheiten unter langen Ceremonien die Priester. Nach Ferrando (Cañamaque, Fil. 129) spendete der Bayoc auch—wenn gleich selten—eine Art Taufe mit Schweineblut, wie denn auch hier, wie überall in diesem Archipel, das Schwein als das den Göttern angenehmste Opferthier galt. Die heiligen Feste arteten in Orgien aus. Wie viele von diesen Bräuchen sich noch heute bei den unabhängigen Zambalen (den „Cimarrones” oder „Infieles”5) erhalten haben, ist mir unbekannt. Sie leben in kleinen Dörfchen (Rancherías), deren Häuptlinge (Reyes oder Reyezuelos) den Verkehr mit den spanischen Behörden vermitteln. Sie leben von erlegtem Wilde, Honigwaben und Bataten (Camote), deren Anbau ihnen erst durch die Spanier bekannt wurde. Reis kaufen sie von ihren christlichen civilisirten Brüdern und bezahlen ihn mit den von den Chinesen hochgeschätzten Bezoarsteinen und Tabak, den sie heimlich bauen und in der Nachtzeit in die christlichen Dörfer einschmuggeln6. Die meisten Horden stehen zu den Spaniern auf dem Kriegsfuss, wohl hauptsächlich aus dem Grunde, weil die spanischen Finanzwächter ihre Tabakpflanzungen vernichten, doch scheint ihre Mordlust und Kopfjägerei längst erloschen zu sein, sie sind froh, wenn man ihnen Ruhe giebt.

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