Note 33 — 22. DER INDISCHE KAUFMANN UND DER PAPAGEI
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In den Geschichtsbüchern wird folgendes berichtet. In einer der Städte Azerbaidschans lebten ein Goldschmied und ein Zimmermann, die miteinander sehr befreundet waren. Nun kam es, daß in diesem Lande ihre Arbeit wenig begehrt wurde, ihr Verdienst in die Winde ging und sie in die äußerste Not gerieten. Sie kamen daher überein, daß sie beide das Land verlassen wollten und beschlossen, nach Rūm33 zu wandern. An der Grenze von Rūm trafen sie eine große Kirche und ließen sich dort nieder. Sie sahen dort Götzenbilder, die die Ungläubigen verehrten. Da der Zimmermann in seinem Handwerk ein geschickter Meister war, so schnitzte er aus Holz Bilder nach Art der Götzen, und überall, wohin sie kamen, verkauften sie diese, und lebten davon. Sie hatten die Tracht der ungläubigen Geistlichen angenommen, aber in ihrem Innern waren sie dem wahren Glauben treu geblieben. Des Geschäftes wegen und um sich der Not zu erwehren, hatten sie die Kleider der Ungläubigen angezogen und die Tracht der ungläubigen Mönche und Asketen angenommen. Da sie tatsächlich die verschiedensten Wissenschaften verstanden, so predigten sie in den Ländern, durch die sie kamen, zu den Ungläubigen und ermahnten sie. Deswegen wurden sie sehr geehrt und geachtet. Sie wohnten meistenteils in den Kirchen und sahen die Götzenbilder aus Gold und Silber, deswegen regte sich in ihnen das Verlangen und sie sagten: „Ach, wenn wir doch bei Gelegenheit eins davon stehlen und so unsere Armut lindern und die Krankheit der Not heilen könnten!“ Sie durchzogen das ganze Land Rūm und kamen zu einer Kirche in der Umgegend von Konstantinopel. Einige Zeit beteten und fasteten sie darin nach den religiösen Gebräuchen der Ungläubigen und erteilten Rat und Ermahnung den Ungläubigen, so daß hoch und niedrig an sie glaubte, sich an ihrem Gebet erfreute und sich von ihnen bepusten ließ. Viele wurden ihre Schüler und hielten ihre Fürbitte für nutzbringend und ihr Bepusten für gleichwertig mit dem wunderbaren Atem des Messias.34