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Türkische Märchen

Note 6 — 2. DIE GESCHICHTE VOM SCHÖNEN HALWAVERKÄUFER4

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Wir kommen nun zu dem Müezzin. Eines Tages stieg er auf das Minaret, und während er den Gebetsruf rief, sah er das ihm anvertraute Mädchen im Garten Wasser schöpfen. Da verliebte er sich in das Mädchen und konnte es nicht mehr aushalten. Dann ging er in sein Haus und verhielt sich ruhig. In jener Nacht rief er eine alte Nachbarin und sagte zu ihr: „Da, Mutter, nimm diese zehn Goldstücke. Ich will von dir die Tochter des N. N., der nach dem Hedschas gegangen ist.“ Die Frau sagte: „Mein Sohn, ihre Mutter läßt sie nie auf die Straße. Es ist etwas schwer.“ Er sagte: „Ach, Mutter, nur du kannst helfen.“ Sie antwortete: „Mein Sohn, hast du einen Platz, wo ich sie hinführen kann, falls ich sie überrede?“ Der Müezzin sagte: „Mutter, morgen werde ich an dem und dem Orte ein Bad mieten. Führe sie dorthin. Da werde ich euch erwarten. Nimm du morgen zum Schein ein Bündel6 unter den Arm und gehe zum Hause der Frau. Wenn du sie überredet hast, führe das Mädchen zu mir.“ So verabredeten sie sich.

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