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Türkische Märchen

Note 24 — 16. DIE GESCHICHTE VOM DSCHIHANSCHAH

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Der Dschihanschah bestieg wieder wie das erstemal einen Dampfer, fand das Land, in dem der Ausrufer ausrief, und ging wieder in das Dorf. Der Ausrufer fing wieder an auszurufen: „Für einen Anzug, tausend Piaster und ein schönes Mädchen ist eine Stunde Arbeit zu tun.“ Der Dschihanschah nahm Anzug, Geld, Mädchen. Sie besteigen die Pferde und gehen an den Fuß des Berges. Wie das erstemal geht er in den Bauch des Pferdes — aber diesmal nimmt er Anzug und Geld mit. — Die andern verbergen sich. Von der Spitze des Berges kommen die großen Vögel und holen das tote Pferd mit dem Dschihanschah und legen es oben auf dem Berge nieder. Der Dschihanschah kommt heraus, die Vögel zerstreuen sich. Er geht an den Rand des Berges und schaut nach unten. Die Leute sagen: „Wirf von dort Steine herab und wir werden dir den Abstieg zeigen.“ Der Dschihanschah warf ihnen keine Steine hinunter, weil sie ihn das erste Mal getäuscht hatten. Die Steine hatten nämlich die osmanische Okka24 den Wert einer Last Gold. Wie das erstemal nimmt er da, wo er absteigt, für den Abstieg zwei Knochen in die Hand, stützt sich darauf und steigt allmählich hinunter. Als er in der Höhe von zwei Minarets keinen Pfad und keine Felsspalte, in die er den Knochen setzen konnte, findet, wirft er sich hinunter und wird ohnmächtig, kommt wieder zu sich, sieht sich um, erblickt das Schloß und geht hin. Er findet den weißbärtigen Alten, küßt ihm Hände und Füße. Dieser weiß, daß das Mädchen entwischt ist. Der Vater des Mädchens hatte zwei Peri geschickt, um den Jüngling zu suchen. Er fragte die Vögel: „Wißt ihr das Land der Peris?“ Die Vögel sagten: „Wir wissen es nicht, aber es gibt einen großen Vogel, der Smaragdvogel heißt, den frage.“ Er rief den Smaragdvogel und fragt ihn: „Der Vogel antwortete: Als ich noch als Junges im Nest lag, nahm mich meine Mutter und entfloh bis zur Grenze des Perilandes. Die Grenze weiß ich. Darüber hinaus gehe ich nicht.“ Von der Grenze bis zur Stadt des Vaters des Mädchens war zu fliegen ein Weg von sechs Monaten, von der Grenze bis zum Schlosse des Padischahs der Vögel zu fliegen ein Weg von drei Monaten. Der Herr des Schlosses füllte einen Schlauch voll Wasser — etwa zwanzig Okka —, lädt es dem Dschihanschah auf den Rücken und setzt ihn auf den Vogel und schrieb einen Brief für ihn. Eine Monatsreise entfernt wohnte nämlich sein älterer Bruder. Der war auch Vogelpadischah. Er setzte ihn also auf den Vogel und ermahnte ihn: „Wenn der Vogel, auf den du gestiegen bist, ‚tschak‘ sagt, gib ihm ein Stück Fleisch, wenn er ‚Tschunk‘ sagt, gib ihm etwas Wasser.“ Zum Vogel sagte er: „Führe diesen Dschihanschah zu meinem älteren Bruder. Von dort komme du wieder zurück.“ Der Dschihanschah nahm das Fleisch, das Wasser und den Brief und stieg auf den Vogel. Der Vogel brachte ihn zum Vogelpadischah, gab ihn ab und kehrte wieder um und gab den Brief dem älteren Bruder. Der öffnet ihn und liest: „Setze diesen Dschihanschah auf einen Vogel, schreibe an unseren älteren Bruder einen Brief, daß er ihn mit einem Vogel in das Periland führe.“ Der setzte ihn auf einen Vogel und schickte ihn zu ihrem älteren Bruder. Dieser berief die Vögel zusammen, gab einem großen, starken Vogel Anweisungen und der setzte den Dschihanschah, wie er ihm auf einem Vogel geschickt war, auch auf einen Vogel an der Grenze des Perilandes ab und kehrte um. Da traf er die beiden Peris, die der Vater des Mädchens abgeschickt hatte, um ihn zu suchen. Die sagten: „Das ist der Mensch, den der Peripadischah sucht.“ Sie packten ihn, ohne ihm weh zu tun, und brachten ihn zum Vater des Mädchens. Der sagte: „Ich bin zufrieden“, richtete die Hochzeit zu und führte den Dschihanschah in das Brautgemach und dieser erreichte seinen Wunsch. Nach einiger Zeit setzte er, um den Vater des Dschihanschah zu besuchen, seine Gemahlin auf Peris und schickte kostbare Geschenke mit. Als sie durch die Luft flogen, sahen sie in einem öden Lande einen Ort mit Wiesen und Weiden. Indem sie sagten: „Hier wollen wir eine Nacht bleiben“, stiegen sie aus der Luft herunter und verweilten dort. Während sie da saßen, ging das Mädchen, um sich den Rücken zu waschen, weiter fort ans Wasser und zieht sich aus. Als es in das Wasser gehen will, kommt aus dem Walde ein Wolf, zerreißt das Mädchen und tötet es. Der Jüngling erfährt, daß ein Wolf das Mädchen aufgefressen hat. Er hört nicht auf zu weinen, geht weder zu seinem Vater noch zu dem des Mädchens, sondern verweilt dort und stirbt dort.

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