Note 9 — Chapter VI · The Grateful Dead and The Water of Life or Kindred Themes.
Reading edition
Dr. Wünsche’s summary is somewhat different:9 “Gewöhnlich handelt es sich um einen König und seine drei Söhne. Der König leidet an einer schlimmen Krankheit, von der ihn kein Arzt zu heilen vermag. Da wird ihm durch irgendeine Gelegenheit die Kunde, dass er von seinem Siechtum durch das Lebenswasser eines fernen Landes befreit werden könne. Aus Liebe zu ihrem Vater machen sich die drei Söhne nacheinander auf den Weg, das Lebenswasser zu holen. Doch die beiden ältesten erliegen den auf dem Wege ihnen begegnenden Versuchungen, nur der jüngste ist wegen seiner Standhaftigkeit und Bescheidenheit so glücklich, es zu erhalten. Ein Riese, ein Zwerg, ein alter Mann oder ein alte Frau sind ihm zur Auffindung der Wunderquelle behilflich, indem sie ihm guten Rat erteilen und ihm sagen, wie er es anzufangen und wovor er sich in acht zu nehmen habe. Hier und da greifen auch dienstbare Tiere, Vierfüssler, Vögel und Fische hilfreich ein, indem sie dem Jünglinge genau die Örtlichkeit des Wassers angeben, oder auch selbst ihn mit Schnelligkeit dahin bringen. Die Lebensquelle sprudelt in einem Berge, der sich nur zu gewissen Zeiten, gewöhnlich gegen Mittag oder Mitternacht von 11–12 Uhr öffnet. Im berge steht in der Regel in einem prächtigen Garten ein versunkenes Schloss, das die grossen Schätze und Kostbarkeiten birgt, durch deren Anblick der Eintretende geblendet wird. In einem Gemache des Schlosses wieder ruht auf einem Bett eine Jungfrau von wunderbarer Schönheit, die später als Prinzessin hervortritt und den Prinzen, der durch das Schöpfen des Lebenswassers sie von ihrem Zauber gelöst hat, zum Gemahle heischt. Der Prinz hat nur kurze Zeit bei ihr geruht oder ihr einen flüchtigen Kuss auf die Lippen gedrückt. In vielen Fällen wird der Eingang zur Quelle von einem Drachen oder einem anderen Ungeheuer bewacht, die erst aus dem Wege geräumt werden müssen. Es kostet einen schweren Kampf. Auf dem Heimweg trifft der jüngste Königssohn gewöhnlich mit seinen älteren Brüdern wieder zusammen, die ihr Leben durch tolle Streiche verwirkt haben und die er vom Tode loskauft. Zuweilen sind aber die Brüder durch ihre Unbedachtsamkeit in schwarze Steine verwandelt worden und liegen am Abhange des Zauberberges, oder stehen als Marmorsäulen auf demselben, oder sind infolge ihres Hochmutes in einen tiefen Abgrund eingeschlossen. Auch in diesem Zustande werden sie durch den jüngsten Bruder bald durch das geschöpfte Wasser des Lebens, bald auf seine Bitten hin wieder ins Leben gerufen. Vereint reisen sie nun mit ihrem Bruder nach Hause zum Könige. Unterwegs aber erfasst die Beiden Falschen Neid und Missgunst, weil ihr Bruder allein in den Besitz des Lebenswasser gelangt ist und sie sich vergeblich darum gemüht haben. Daher vertauschen sie das Lebenswasser, während der Bruder schläft, mit gewöhnlichem Wasser und eilen nun voraus und machen mit dem erbeuteten Trank den kranken König gesund, oder sie erscheinen nach der Ankunft des Bruders, dessen vertauschtes Wasser den König nur noch elender gemacht hat. Dabei raunen sie dem Könige heimlich ins Ohr, dass der jüngere Bruder ihn habe vergiften wollen, infolgedessen dieser vom Könige verbannt oder gar zum Tode verurteilt wird. Derselbe lebt nun längere Zeit zurückgezogen in einer untergeordneten Stellung, bis endlich durch die von ihm entzauberte Prinzessin seine Unschuld an den Tag kommt.”