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The Essenes

Note 94 — THE ESSENES.

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Die Eigenthümlichkeiten der Essäer lassen sich nicht genügend aus dem Wesen der im Talmud vorkommenden ‏חסידים‎ oder ‏חסידים הראשנים‎ und der in der Makkabäerzeit auftretenden “Assidäer” erklären; man muss auch auf das nasiräische Wesen Rücksicht nehmen. Nasiräer gab es in der nachexilischen Zeit eine grosse Menge (Tosifta Nasir c. iv. Babli Berachot 48 a. 1 Makkab. ii, 49. Jos. Alterth. xviii, 6, 1). Aber sie trugen zugleich einen andern Charakter, als die der biblischen Zeit: sie waren Nasiräer fürs ganze Leben ‏נזיר עולם‎ (Nasir 4 a). Die Mischna setzt das Vorhandensein solcher ohne Weiteres voraus, und das Magische an dem Nasiräerthum, das sich bei den biblischen Nasiräern an den Haarwuchs knüpfte, tritt immer mehr zurück, oder hat vielmehr gar keine Bedeutung mehr. ‏נזיר עולם הכביד שערו מיקל בשער‎ (das.). Hingegen tritt bei den lebenslänglichen Nasiräern das Levitische, die Hut vor Verunreinigung, immer mehr in den Vordergrund (das.). Die Essäer werden also solche Nasiräer gewesen sein, welche in ihrem Privatleben die höchste priesterliche Weihe darstellen wollten. Den Zusammenhang zwischen Nasiräern and Essäern deutet schon eine dunkle talmudische Stelle an, dass Jemand sich dadurch schon dem vollständigen Nasireat weiht, wenn er auch nur insofern Nasiräer sein will, um die Geheimnisse entehrender Familienverhältnisse bewahren zu können: ‏הריני נזיר אם לא אגלה משפחות הרי זו נזיר ולא יגלה משפחות‎ (Tosifta Nasir c. 1 b Kiduschim 71 a). Die Erklärung dieser Stelle durch den Essenismus hat schon Edeles (‏מהרש״א‎) in seinem Agadacommentar z. St. geahnt. Diesen Zusammenhang zwischen Nasiräerthum und Essenismus haben Epiphanius und die arabischen Schriftsteller Makrisi und Abulfarag’ geahnt; wenn auch Epiphanius die Ναζαραῖοι von den Ὀσσηνοί unterscheidet, so sind die Eigenheiten, die er von den Erstern berichtet, doch ganz essäisch. Ebenso hat Makrisi die Essäer in drei Secten zerspalten, in die Täufer (‏מנטהרון‎ = ἡμεροβαπτισταί), die Essäer (‏אסאניון‎) und in die Nasiräer (‏מתחשפון‎) (in de Sacy Chrestomathie Arabe Ausgabe von 1806, arabischer Theil 172 und tome ii, 218). Das arabische Makkabäerbuch bezeichnet die Essäer durch Chassidäer (c. xxv); in Josippon fehlen an der Stelle, wo er von den drei Secten spricht, gerade die Essäer (iv, 6, Breithaupt) Die Identität von Nasiräern, Essäern und Assidäern wird also von vielen Seiten bestätigt. Auch aus Josephus’ Angabe, die Essäer hätten eigne Bücher gehabt (jüd. Kr. ii, 8, 7), lässt sich ihre Identität mit den Assidäern erweisen. Im Talmud (Jeruschalmi Barachot, Ende) wird aus einem Buchs der Chassidäer der Satz mitgetheilt: “Verlässt du sie einen Tag, so verlässt sie dich zwei Tage”: ‏כתוב בספר חסידים אם תעובה יום יומים תעובך‎ ↑

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