Note 1045 — BOOK IV THE PLAY-HOUSES
Reading edition
G. Binz in Anglia, xxii. 456 (from Platter’s narrative written in 1604–5 of his travels in 1595–1600, now in the Basle University Library): ‘Den 21 Septembris nach dem Imbissessen, etwan umb zwey vhren, bin ich mitt meiner geselschaft [:v]ber dz wasser gefahren, haben in dem streüwinen Dachhaus die Tragedy vom ersten Keyser Julio Caesare mitt ohngefahr 15 personen sehen gar artlich agieren; zu endt der Comedien dantzeten sie ihrem gebrauch nach gar [:v]berausz zierlich, ye zwen in mannes vndt 2 in weiber kleideren angethan, wunderbahrlich mitt einanderen.
Auf ein andere Zeitt hab ich nicht weit von unserem wirdtshaus in der Vorstadt, meines behaltens an der Bischofsgeet, auch nach essens ein Comoedien gesehen, da presentierten sie allerhandt nationen, mit welchen yeder zeit ein Engellender vmb ein tochter kempfete, vndt vberwandt er sie alle, aussgenommen den teütschen, der gewan die tochter mitt kempfen, satzet sich neben sie, trank ihme deszwegen mit seinem diener ein starken rausch, also dasz sie beyde beweinet wurden, vndt warfe der diener seinem Herren den schu an kopf, vnndt entschliefen beyde. Hiezwischen stige der engellender in die Zelten, vnndt entfuhret dem teütschen sein gewin, also [:v]berlistet er den teütschen auch. Zu endt dantzeten sie auch auf Englisch vnndt Irlendisch gar zierlich vnndt werden also alle tag vmb 2 vhren nach mittag in der stadt London zwo biszweilen auch drey Comedien an vnderscheidenen örteren gehalten, damitt einer den anderen lustig mache, dann welche sich am besten verhalten, die haben auch zum meisten Zuhörer. Die örter sindt dergestalt erbauwen, dasz sie auf einer erhöchten brüge spilen, vnndt yederman alles woll sehen kan. Yedoch sindt vnderscheidene gäng vnndt ständt da man lustiger vnndt basz sitzet, bezahlet auch deszwegen mehr. Dann welcher vnden gleich stehn beleibt, bezahlt nur 1 Englischen pfenning, so er aber sitzen will, lasset man ihn noch zu einer thür hinein, da gibt er noch 1d, begeret er aber am lustigesten ort auf kissen ze sitzen, da er nicht allein alles woll sihet, sondern auch gesehen kan werden, so gibt er bey einer anderen thüren noch 1 Englischen pfenning. Vnndt tragt man in wehrender Comedy zu essen vndt zu trinken vnder den Leüten herumb, mag einer vmb sein gelt sich also auch erlaben.
Die Comedienspiler sindt beim allerköstlichsten vnndt zierlichsten bekleidet, dann der brauch in Engellandt, dasz wann fürnemme herren oder Ritter absterben, sie ihren dieneren vast die schönesten kleider verehren vndt vergaben, welche, weil es ihnen nicht gezimpt, solche kleider nicht tragen, sondern nachmahlen, den Comoedienspileren vmb ein ringen pfenning ze kaufen geben.
Was für zeit sie also in dem Comoedien lustig alle tag können zubringen, weisset yeglicher woll, der sie etwan hatt sehen agieren oder spilen....
... Midt solchen vndt viel anderen kurtzweilen mehr vertreiben die Engellender ihr zeit, erfahren in den Comedien, wasz sich in anderen Landen zutraget, vndt gehendt ohne scheüchen, mann vndt weibs personen an gemelte ort, weil mehrtheils Engellender nicht pflegen viel ze reysen, sondern sich vergnügen zehausz frembde sachen ze erfahren vnndt ihre kurtzweil ze nemmen.’