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Th. M. Dostojewsky

Note 10 — Personen- und Sach-Verzeichnis.

Reading edition

Der Roman „Erniedrigte und Beleidigte“ ist allen Lesern Dostojewskys zu gut bekannt, als dass hier eine eingehende Besprechung desselben nötig wäre. Auch gehört es nicht in den Rahmen dieses Buches, ästhetisch-kritische Besprechungen der Werke des Dichters aufzunehmen. Indessen hat dieser Roman gerade von russischen Kritikern die schärfste Verurteilung erfahren. Einer der bedeutendsten von ihnen sagt, er stehe unter der Linie der ästhetischen Kritik. Inwieweit die vielen Fehler dieses Werkes dies Urteil berechtigen, wollen wir nun, nach dem oben Gesagten, nicht untersuchen. Die meisten Kritiker aber werfen sich auf die Schilderung eines Mannes, der die Selbstverleugnung hat, dem Mädchen seiner Liebe zu einem andern Glück zu verhelfen, als auf ein ästhetisches Unding, weil es gegen die Wahrheit und Möglichkeit grob sündige. Hier sind sie ihren rein subjektiven Anschauungen gefolgt. Es kann ja ein solches Vorgehen wirklich nur „einer Kopfliebe entspringen“, wie sie sagen, und jedem gesunden Menschen unsympathisch sein. — Dass es aber vollkommen wahr ist, weil es möglich war, das beweist Dostojewskys Geschichte unwiderleglich. Der künstlerische Fehler in der Zeichnung dieser Figur liegt wohl, wie Dobroljubow auch sagt, darin, dass dieser selbstlose Held der Erzähler ist und wir aus seinem Vortrag nicht gewahr werden, dass er mehr als ein Zuschauer sein könnte.

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