Note 1 — Rákóczy’s Fall.
Reading edition
Die V. 920–928 könnte einer möglicherweise als den Ausdruck verworfener und frechhabsüchtiger Gesinnung des Guslaren auffassen und ihn darum verachten. Dagegen muss ich meinen Freund Ibrahim, den Sohn eines Dervišen, in Schutz nehmen. Wer, wie er, bei einem Korajer Beg als Waldbauerknecht freiwillig frohnen mag, ist gegen jeden Verdacht unlauteren Wettbewerbes und gewissenlosen Strebens, auf Regimentunkosten ein sorgenfreies Dasein zu führen, unbedingt gefeit. Die Verse sind gerade wegen des Gegensatzes der auf die allergeringsten Bedürfnisse herabgeminderten Lebensweise des Guslaren und seines den Zuhörern bekannten, einwandfreien ehrlichen Erwerbes gut humoristische Selbstbespöttlung und reizen darum die Kenner zum zwerchfellerschütternden Gelächter. Ein Beispiel soll das besser verdeutschen. Ein Schauspieler wird an seinem Benefizabende zum Schluss stürmisch hervorgerufen. Er verbeugt sich nach Brauch aufs tiefste und ergreift unter lautloser Stille der Zuhörerschaft das Wort: ‘Hochwohledelgeborene, hochgeborene, hochwohlgeborene und wohlgeborene Gönner und Gönnerinnen! Dero huldreicher Beifall erquickt, entzückt und beglückt mein Gemüt. Um das Mass meiner Zufriedenheit überquellen zu machen, hege ich bloss noch den Wunsch, es mögen die ehrsamen und löblichen Gilden der G’sibelfelberer1 von London und Paris die Früchte ihrer literarischen Betriebsamkeit der nächsten fünf Jahre in Anerkennung meiner künstlerischen Tätigkeit gütigst als kleine Zubusse zur Aufbesserung meiner Bezüge mir zuzuwenden belieben!’ Es gibt wohl Leute, denen solche Reden würdelos erscheinen. Aber freilich, die Würde ist die Narrenkappe des Humors, mit und ohne Schellen.