Note 10 — Liebezauber.
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Ich lebte mit meinem Manne in Unfrieden. Manchen Tag schlug er mich fünf mal. In meiner schweren Not gab ich meinem Manne auf Anraten der Weiber Kätzchen und Hündchen ein, die ich vorher durch Rösten zubereitete.10 Im Zorn legte er (einmal) auch sein Gewehr gegen mich an, um mich zu töten. Ich sah mich genötigt, ihn bei Gericht anzuzeigen. Während die Klage anhängig war, behandelte er mich so schlecht, dass ich einige sieben bis achtmal seinetwegen aus dem Hause flüchten musste. Alles Zureden und Bitten blieb vergeblich, bis ich nicht wieder auf Anraten der Weiber mein Heil bei Gericht suchte. Von da ab rührte er mich nicht ein einzigmal mehr an. Ferner haben mich die Weiber auch mit einem Zauber bekannt gemacht, den ich in Anwendung brachte. Ich holte nämlich von drei Mühlen Mehl, welches als Staub in der Malkammer zu Boden fällt, Sprühwasser von den Mühlrädern und Fette, mit welcher die Mühlradachsen eingefettet werden, verbuk diese Sachen in Kuchen und gab sie meinem Manne zu essen, damit er meinen Kindern günstiger geneigt sein möge.10 Die Kinder konnte er eben nicht ausstehen. So legte er einmal auf zwei irdene Backstürze Glutkohlen, um zwischen den Stürzen das eine Kind zu verbrennen, das andere Kind aber wollte er unter die Schweine in den Saustall werfen, damit es die Schweine zerreissen. Dieser Vorfall trug sich gerade am St. Niklastage zu. Das angegebene Mittel, welches mir die Weiber anzuwenden angeraten, half wirklich und mein Mann wurde mir und meinen Kindern wohlgesinnt, nur lebte er leider nur noch kurze Zeit. Bald darauf starb er. Eigentlich war er von Natur kein gar so bös gearteter Mensch, doch er unterhielt mit seiner leiblichen Schwägerin11 ein ehebrecherisches Verhältnis, und sie war es, die ihn zu den Gewalttätigkeiten aufstachelte. Als ich auch seinem ehebrecherischem Leben auf die Spur kam, wollte ich aus Verzweiflung mich und meine beiden Kinder im Orljava-Flusse12 ersäufen, doch redeten mir die Weiber nachdrücklichst davon ab, indem sie mir besagtes Mittel zu versuchen anrieten. »Lass die Selbstmordgedanken,13 versuch eher die Wirkung unseres Mittels,« sagten sie, und wie bemerkt, befolgte ich ihren Rat. Nach dem Ableben meines Mannes war ich noch zwei Monate wie geistgestört. Das haben mir seine Buhlinnen mit ihren Zaubereien angetan. Ich zog von einer heilkundigen Kräutlerin14 zur andern, um Heilung zu finden. Als ich endlich wieder zur Gesundheit gekommen, waren aber auch schon alle meine ärmlichen Habseligkeiten draufgegangen.