Note 31 — Hexen.
Reading edition
Mannhardt, Baumkultus, S. 13, sagt bei Erörterung der Baum-, Menschenleib- und Krankheitdämonen: »Man warf dieses Gewürm mit den bösen Geistern in Wurmgestalt zusammen, welche nach einer uralten, schon bei den Indern im Atharvaveda und in den Grihyasutras ganz ähnlich wie unter den Germanen entwickelten Vorstellung sich als Schmetterlinge, Raupen, Ringelwürmer, Kröten usw. in den menschlichen oder tierischen Körper einschleichen und darin als Parasiten verweilend die verschiedensten Krankheiten (z. B. Schwindsucht, Kopfweh, Magenkrampf, Zahnweh, besonders nagende und bohrende Schmerzen usw.) hervorbringen sollten.« Hexe ist übrigens eine auch in Deutschland noch allgemein übliche Bezeichnung für die ganz kleinen Schmetterlinge Tineadae, Schaben, unter deren verschiedenen Arten die Pelzmotte oder Haarschabe, Tinea pellionella L. und die Kleidermotte T. sarcitella L. wegen ihres Zerstörungwerkes als Raupen die berüchtigtesten sind. In deutschen Hexenprozessen heissen die Elbe (Hexen) bald die kriechenden Raupen, bald die Puppen, bald die entfliegenden Insekten. Vrgl. Grimm, D. M. S. 431. Über Hexen als Schmetterlinge, Raupen und Würmer, vrgl. Simrock, Handb. d. D. M. III. Aufl., S. 456 und Wuttke a. a. O. S. 29, 763, 60, 217, 281, 402.