Note 1 — Echte und unechte Vilenkinder.
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Unter den von Guslaren vorgetragenen Volkliedern, ist die Zahl derjenigen Lieder, die einen mythischen Hintergrund haben, oder in die Gestalten und Gebilde des Volkglaubens hineinragen, verhältnismässig sehr bescheiden, wenn man vom Standpunkte nüchterner Volkforschung die Erzählungen so nimmt, wie sie vom Volke selber verstanden und aufgefasst werden und sich scheut, mythologischen Krimskrams der durchsichtig einfachen Volkanschauung künstlich zu unterschieben. Der seinem Grundzuge nach aufs Gemüt beängstigend wirkende Volkglaube der Südslaven mochte die Guslaren abhalten, ihn darzustellen. Eine kleine Ausnahme machten sie wohl mit den Vilen, den Holz- und Moosfräulein. Die Vilen gehören zur grossen Sippe der Baumseelen und Waldgeister, die international sind1. In den Guslarenliedern ist den Vilen nur eine untergeordnete Rolle zugeteilt. Sie erscheinen meistens als dii ex machina, um ihren Lieblingen zu helfen, sei es durch Rat oder Tat. Als Waldgeister hausen sie nicht bloss in Bäumen, sondern auch in Felsen und Wolken. Sie sind gute Schützen und ihre Pfeile (Sonnenstiche) wirken tödlich, aber sie vermögen auch als Ärztinnen die Getöteten wieder zum Leben zu erwecken. Fällt man einen Baum, so tötet man eine Vila, die im Baume haust. Die vom Baum losgelöste Vila ist aber auch sterblich. Ein kühner Held kann ihr das Leben nehmen. Dies ist älterer ursprünglicherer Glaube, wie er noch als Überlebsel in Guslarenliedern vorkommt.