Note 7 — Echte und unechte Vilenkinder.
Reading edition
V. 9. Gurabije, türk. kurabije, ein süsses Gebäck, das der Zubereitungweise und äusseren Gestalt nach den Linzer Torteletten beizuzählen ist (vrgl. über diese: Die Kochkunst. Kochbuch der »Wiener Mode«. Vollständige Sammlung von Kochrezepten. Lehrbuch des Kochens und Anrichtens usw. Wien 1896. S. 655–657). Zbornik za nar. živ. i ob. j. Sl., Zagreb 1896, S. 110 identifiziert die K. mit gjulfatma, nur wäre die Form rundlich kleiner, gjulfatma aber sei ein mit Rindschmalz und gestossenem Zucker angekneteter, mit Streifen verzierter Teig, den man bäckt und hernach wieder mit Zucker bestreut. Milovan Šapčanin (zitiert im Rječnik hrv. ili srp. jez., Zagr. 1887, s. v., S. 503) gibt für Serbien ein sehr einfaches Rezept an: »Ich treibe Mehl gut mit Fett und Honig ab, und die Geschichte ist fertig. Später runde ich nur noch jedes Stück ab und drücke meinen Daumen hinein.« Jede serbische und türkische Mehlspeisköchin müsste den Herren ins Gesicht lachen für diese oberflächlichen Angaben. Derlei Küchlein heisst man ja šećerni oder medni kolačići (Zucker- oder Honigküchlein) und rechnet sie zur Gruppe der suvi kolači (trockene Rundgebäcke), Kurabijen dagegen sind ein »mürb’s G’bachts« (sipljavi7 kolači), müssen ceteris paribus mit Eierdotter und gestossenen Mandeln oder Nüssen angeknetet und dürfen nicht über starkem Feuer gebacken, sondern bloss in mässiger Hitze halb getrocknet werden. Der Volkdichter weiss sogar von Kurabijen, die an der Sonne gebacken sind (gurabije na suncu pečene) zu singen. Legt man in die Vertiefung der kreisrunden Kurabijen etwas eingesottenes Obst (türk. pekmez) ein, so heissen sie schon pekmesetići. Qui bene distinguit, bene coquit.