Note 5 — Der Vampir.
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Der Bauer Lako Petrović in Zabrgje erzählt: »Vor etwa 150 Jahren lebte im Dorfe Čengić, im Bezirke Zvornik eine Popenfrau (popadija), nach deren Ableben ein grosses Sterben im Hause einriss. Damals starben auch dem Grossvater meiner Mutter, dem Bauer Pero, alle Hausleute bis auf drei Knaben ab und er verlegte sich darauf, nachts aufzupassen. Er zündete in der Küche (dem eigentlichen Hause) ein grosses Feuer an und wartete. Plötzlich um Mitternacht erscheint die Popadija im Hause, Pero aber springt auf, ergreift ein Weissdornbrandscheit vom Feuer weg, fängt an auf die Popadija dreinzuschlagen und jagt sie hinaus. Sie bleibt jedoch vor dem Hause und ruft: »Komm mal hier heraus, greiser Pero, schlag mich nur ein wenig und ich werde gleich krepieren!« (izigji sijedi Pero amo pa me se samo malo vati, ja ću odma crći!). Pero entgegnete: »Hinaus gehe ich nicht und ins Haus herein lasse ich dich nicht!« (izić ne ću a u kuću ti ne dam!). Darauf sie: »Na wart nur, greiser Pero, es wird dir kein einziger Sohn bleiben, bei dem du dich verschwören könntest!« (neka te sijedi Pero! ne ćeš se nijednim sinom zakleti!). Als am Morgen der Tag graute, begab sich Pero mit dem Dorfschulzen und einem Bauern zum Popen und meldete ihm, die Popadija sei auferstanden und raffe die Leute hin. Der Pope sagte: »Es ist nicht wahr!« Pero jedoch ging vor Gericht nach Zvornik und sagte, die Popadija habe sich in einen Vampir verwandelt (povukodlačila se) und er habe ihr in vergangener Nacht im Hause (der Küche) die Leichendecke berusst, als er sie geschlagen. Das Gericht gestattete ihm, das Grab aufzugraben. Im Verein mit den angesehensten Männern im Dorfe grub er das Grab auf. Da fanden sie die Popadija wie einen Bottich aufgeschwollen, und sie nahmen einen zugespitzten Weissdornpfahl, pflanzten ihn der Popadija auf den Bauch und schlugen ihr mit einem Hammer den Pfahl in den Leib hinein. Darauf machten sie ein grosses Feuer an und verbrannten sie zu Asche und Kohle. Ja richtig, als sie das Grab aufzuscharren anfingen, kroch eine Natter heraus, Pero aber erschlug die Natter auf der Stelle. Von da ab hatten sie Ruhe im Dorfe und das jähe Sterben hörte auf.«5