Note 57 — Java.
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Die Arachis ist ein unscheinbares, auf dem Boden kriechendes, krautartiges Gewächs mit langgestielten Schmetterlingsblüthen. Die Blüthen über dem Boden bleiben unfruchtbar, gewöhnlich senkt sich aber die Schote in die Erde und reift dort 2 bis 3 Kerne von Haselnussgrösse. Daher der Name Grundnuss. Die Pflanze gedeiht in allen tropischen und subtropischen Ländern und wird auch im südlichen Europa, besonders in Spanien, gebaut, wo ihre Früchte, geröstet, als Mandeln gegessen werden. Der Anbau dieser Pflanze nimmt seit einigen Jahrzehnten ausserordentlich zu, veranlasst durch die Nachfrage in Europa. Fast der ganze Export aller Produktionsländer geht nach Südfrankreich, hauptsächlich nach Marseille, von wo aus das daraus gewonnene Oel unter dem Namen Olivenöl über die ganze Welt verbreitet wird. Die Fabrikation hat dort solche Vollkommenheit erreicht, dass selbst Kenner kaum im Stande sind, einen Unterschied zwischen dem Olivenöl und dem Katjang-Oel zu finden. Letzteres vertritt daher das Oliven- und Mandelöl in allen seinen Anwendungen.
Bereits am 12. Juni 1852 sagte Dumas in der Société d'Encouragement: „Olivenöl ist gegenwärtig auf einen ausserordentlich hohen Preis gestiegen, nicht nur im südlichen Frankreich, sondern auch an den Küsten von Italien, wo die Olivenbäume ganz verschwunden sind. Das Oel der Arachis, deren Name fast noch ganz unbekannt, ist ohne Zweifel eins der wichtigsten Produkte. Vor 8 oder 10 Jahren kam ein Marseiller Haus auf den glücklichen Einfall, 4 oder 5 ℔ Katjang-Oel nach Frankreich zu bringen, und seitdem hat die Einfuhr so zugenommen, dass sie jetzt eine Höhe von 70 Millionen Kilogr. erreicht. Dieser grosse Verbrauch lässt sich leicht begreifen, wenn man in Betracht zieht, dass das Katjang-Oel fast alle Eigenschaften des Olivenöls besitzt.” Im Journal des Débats vom 12. Oct. 1863 heisst es: Vor 20 Jahren war die Arachis von Senegambien nicht einmal in unsern Zolllisten aufgeführt; heut werden in Frankreich allein 500,000 Kilogr. eingeführt. Der Anbau hat so zugenommen, dass er den Sklavenhandel auf jener Küste verdrängt hat.” Als Surrogat für die geringen Speiseöle, an die man in Berlin gewöhnt ist, wird aber nicht sowohl Arachis-, als das viel billigere Sesamum-Oel, welches in noch viel grösserer Menge, namentlich von Kurratschi eingeführt wird, verwendet.