Note 72 — Java.
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In Arabien war der Kaffee als Getränk wohl schon Ende des 15. Jahrhunderts bekannt; 1556 wurde das erste Kaffeehaus in Konstantinopel, 1652 in London, 1671 in Marseille, 1672 in Paris, 1683 in Wien errichtet. Wie man darauf gekommen sein mag, die harten, unschmackhaften Samen zu rösten und ein Getränk daraus zu bereiten, ist durchaus unbekannt. Es ist höchst merkwürdig, dass das Kaffeïn, das eigentlich Wirksame im Kaffee, chemisch identisch ist mit Theïn und beliebig aus Kaffeebohnen oder Theeblättern dargestellt werden kann, dass es ebenfalls im Paraguaythee oder Mate enthalten ist, und dass die Pflanzen, die es liefern, ganz verschiedenen natürlichen Familien angehören. Noch auffallender ist es, dass gerade diese Pflanzen von halbzivilisirten, weit von einander entfernt wohnenden Völkern zum Getränk erkoren wurden. Die daraus bereiteten Aufgüsse regen an, ohne zu berauschen, und haben deshalb einen höchst wohlthätigen Umschwung in der Lebensweise der zivilisirten Völker hervorgebracht. Ihre schnelle, immer wachsende Verbreitung ist ein erfreuliches Zeichen zunehmender Gesittung. Nicht erfreulich, aber recht interessant ist auch „die plumpe Selbsttäuschung der Cichorientrinker, die aus Armuth und Unwissenheit einen Absud geniessen, der vom Kaffee nichts weiter hat, als die Farbe. Es dürfte kaum zweifelhaft sein, dass mit der Aufklärung des Publikums über den wahren Werth des Kaffees die Cichorienfabriken alsbald eingehen müssten.” (Knapp's Technologie II 83.)