Note 60 — Anmerkung
E. K. Rahsin translation
Herzen, dem Sohn der Protestantin Louise Haag, war der um jeden Preis geforderte blinde orthodoxe Glaube der Slawophilen – besonders der Romantiker unter diesen – ebenso unmöglich, wie die mokante Skepsis seines Vaters, des russischen Aristokraten Jakowleff. Die Wissenschaft war für ihn „gleichfalls Liebe“. Das Gefühl der Religion ersetzte ihm eine hohe Meinung von der „Würde des Menschen“. Auf dieser Grundlage bekämpft Herzen das absolutistische Regierungssystem zunächst als Republikaner, in seinen letzten Lebensjahren jedoch nicht mehr als prinzipieller Antimonarchist. Als Fortsetzer der aufrufenden Arbeit Belinskis, als Publizist und glänzender Schriftsteller hatte er um die Mitte des 19. Jahrhunderts (1848–63) den größten Einfluß auf die geistige Entwicklung Rußlands. (Geb. 1812 in Moskau, seit 1847 Emigrant, 1870 gest. in Paris.) Dostojewski hat erst später (1876 im „Jüngling“, 1880 in der „Puschkinrede“) die Westler, zu denen Herzen, Belinski, Tschaadajeff und Granowski gezählt wurden, gleichfalls als Träger der „russischen Idee“ anerkannt. E. K. R.