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Sämtliche Werke 11

Note 77 — Fußnoten

E. K. Rahsin translation

Bedeutender literarischer Kritiker und radikaler Publizist (1828–1889, seit 1863 verbannt, starb in der Verbannung). Verehrer Lessings, Feuerbachs. Seit 1854 als Mitarbeiter, bald als Leiter der von Njekrassoff herausgegebenen Zeitschrift („Der Zeitgenosse“, gegen den Dostojewskis „Zeit“ – besonders Strachoff – später heftig polemisierte) gewissermaßen „Fortsetzer der literarischen Arbeit Bjelinskis“. Dem großen Einfluß seiner politischen Ideen auf die Jugend werden zum Teil auch die Studentenunruhen wegen der reaktionären Unterrichtspolitik zugeschrieben. Der Roman „Was tun?“, den er 1863 während seiner Untersuchungshaft in der Peter-Pauls-Festung schrieb – eine anschauliche Vorführung der Menschen und Einrichtungen, die er propagierte – hatte einen durchschlagenden Erfolg bei der jungen Generation. Die Geheimakten über seinen Prozeß sind von der „Dritten Abteilung“ bis heute noch nicht veröffentlicht. Als vermeintlicher Verfasser der Proklamation „An die junge Generation“ wurde Tschernyschewskis Mitarbeiter, der Dichter M. Michailoff, verschickt, während in Wirklichkeit ein anderer Mitarbeiter Tschernyschewskis, Schelgunoff, sie verfaßt hatte. Tschernyschewski nannte sich noch „Realist“; den „Realisten“ zu Anfang der sechziger Jahre folgten die „Nihilisten“ zu Ende des Jahrzehnts. In dem Tschernyschewski nahestehenden Kritiker und Mitarbeiter an derselben Zeitschrift Dobroljuboff, den man in vielem einen Schüler Tschernyschewskis nennen kann, glaubt man das Urbild von Turgenjeffs Basaroff – der erste Typ des Nihilisten im Roman „Väter und Söhne“ – zu erkennen (vgl. Masaryk: „Zur russischen Geschichts- und Religionsphilosophie“, Verlag Diederichs, Jena). Auch Dostojewskis Pjotr Stepanowitsch Werchowenski – im Roman „Die Dämonen“ – erinnert namentlich in seinem Verhalten zu dem „großen Schriftsteller“ Karmasinoff, in dem Dostojewski Turgenjeff karikiert hat, an den jungen Dobroljuboff und dessen Umgang mit dem berühmten Turgenjeff. E. K. R.

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