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Sämmtliche Werke 8

Note 45 — Nachtrag.

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Durch diesen Wink soll nicht etwa dem intelligibeln Fatalismus das Wort geredet werden. Zwar wird der Wille allemal durch die für das Subject in seiner gegenwärtigen Stimmung überwiegenden Gründe bestimmt; aber dass diese Gründe überwiegen und nicht die entgegengesetzten, und dass das Subject gerade in dieser Stimmung ist und in keiner anderen, davon liegt der Grund in der absoluten Selbstthätigkeit. Diese ist es, welche das entscheidende Uebergewicht in die Wagschale legt durch freie Reflexion und Abstraction in dem absoluten Anfange eines jeden innern Lebensactes, der von da aus durch die mannigfaltigen Geschäfte des menschlichen Geistes hindurch nothwendigen Gesetzen folgt. Der Trieb treibt den Menschen nicht unwiderstehlich, wie etwa die Elasticität materieller Körper; denn es ist ein Trieb, gerichtet an ein selbstständiges Wesen. Es bedarf der Reflexion auf seine Richtung; diese Reflexion ist der Anfangspunct des fortgehenden steten Fadens, und von dem Grunde, ob überhaupt reflectirt wird oder nicht, und davon, wie reflectirt wird, ob auf die vollständige Anregung oder nur auf einen Theil derselben, hängt es ab, wie die Willensbestimmung ausfalle. Also: der Wille ist nicht frei, aber der Mensch ist frei. Alle seine Vermögen hängen innigst zusammen, und greifen bei dem Handeln gesetzmässig in einander ein; und nur daraus, dass man für wirklich zersplittert hielt, was nur willkürlich und zum Behufe der Speculation zertheilt wurde, entstanden Theorien, die entweder dem natürlichen Gefühle oder dem Räsonnement, oder richtiger beiden zugleich widersprechen. Nicht bloss — so hart diese Behauptung auch Manchem vorkommen mag — nicht bloss die Willensbestimmung des empirischen Individuums, sondern sein gesammter innerer Charakter, seine Vorstellungs- und Begehrungsweise, woran er Vergnügen oder Misvergnügen finde sogar, hängt von eines Jeden Selbstthätigkeit ab. Man übertrug die durch das Selbstgefühl angekündigte Freiheit zuerst auf den Willen, weil dieser jeden innern Lebensact abschliesst und vollendet, und weil derselbe von ihm aus sogleich in die Aussenwelt übergeht, mithin auf diesem Grenzpuncte zuerst die Verschiedenheit des freien Subjects und des gebundenen Objects bemerkt wurde. Aber gerade darum, weil er die angeführte Stelle in der Reihe der Geistesgeschäfte einnimmt, ist der Wille am wenigsten frei, denn er ist durch das mehrste Vorhergehende bestimmt. Mit dem Willen fängt der Mensch einen neuen Zustand in der Sinnenwelt an; man folgerte, dass er mit demselben Willen auch den nothwendig vorauszusetzenden neuen Zustand in sich selbst anfinge; aber diese Folgerung ist unrichtig, und sie war zugleich unwahrscheinlich. —

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