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Reisen in den Philippinen

Note 1 — ZWÖLFTES KAPITEL

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Häufig wird den Priestern in den Philippinen ihre grosse Liederlichkeit vorgeworfen; das Convento stecke voll hübscher Mädchen, unter denen der Cura wie ein Sultan lebe. Auf die eingeborenen Priester mag dies oft passen; bei den zahlreichen spanischen Pfarrern, deren Gast ich war, habe ich nicht ein einziges Mal etwas Anstössiges in dieser Beziehung zu sehn bekommen, die Dienerschaft bestand nur aus Männern und vielleicht einem oder zwei alten Weibern. Ribadeneyra behauptet1: »Die Indier, welche sehn, wie die Barfüsslermönche ihre Keuschheit bewahren, sind in ihren Gedanken dahin gekommen, sie nicht für Menschen zu halten. . . . und obgleich der Teufel sich bemüht hat, viele, bereits verstorbene, keusche Geistliche zu verführen und auch solche, die noch leben, indem er sich der Frechheit einiger Indierinnen als Werkzeug bediente, so sind sie dennoch zur grossen Beschämung der Indierinnen und Satans siegreich geblieben.« Dieser Autor ist aber sehr unzuverlässig, sagt er doch (Kap. III. S. 13), die Insel Cebu hiesse mit anderem Namen Luzon! Jedenfalls passt seine Schilderung nicht auf die heutigen Zustände. Der junge Geistliche lebt in seiner Pfarre wie ein Gutsherr früherer Zeit; die Mädchen rechnen es sich für eine Ehre an, mit ihm umzugehn, die Gelegenheit ist für ihn viel bequemer, da er durch keine eifersüchtige Frau bewacht wird und als Beichtiger und geistlicher Rathgeber beliebig mit den Frauen allein zu sein Gelegenheit hat.2 Die Beichte muss namentlich eine gefährliche Klippe für ihn sein. Im Anhange zur tagalischen Grammatik, der in den für das Publikum käuflichen Exemplaren fehlt, ist zur Bequemlichkeit des jungen Pfarrers, welcher der Sprache noch nicht mächtig ist, eine Reihe von Fragen enthalten, die er der Beichtenden vorlegen soll; mehrere Seiten derselben beziehn sich auf den geschlechtlichen Umgang.

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