Note 8 — ZWANZIGSTES KAPITEL
Reading edition
Im Athenaeum 7. Jan. 71 ist nach Capt. Ullmann eine Todtenfeier (Tiwa) der Dayaks beschrieben, die in vielen Punkten mit der der alten Bisayer übereinstimmt. Der Sarg wird vom nächsten männlichen Anverwandten aus einem Baumstamme ausgehöhlt, so eng, dass der Leichnam hineingepresst werden muss, damit nicht bald darauf ein andres Familienglied sterbe, um die Lücke zu füllen. Es werden möglichst viele Habseligkeiten auf den Todten gehäuft, um seinen Reichthum darzuthun, und sein Ansehn in der Geisterstadt zu erhöhen, unter den Sarg wird ein Gefäss mit Reis, eines mit Wasser gestellt.
Eine der Hauptfeierlichkeiten des Tiwa bestand vormals (auch jetzt noch an einigen Orten) in Menschenopfern. Wo die holländische Regierung gebietet, können solche nicht stattfinden, es werden aber zuweilen Büffel oder Schweine auf grausame Weise getödtet, mit deren Blut die Hohepriesterin Stirn, Brust und Arme des Familienhauptes bemalt. Aehnliche Opfer von Sklaven oder Schweinen mit eigenthümlichen Zeremonien durch Priesterinnen (Catalona’s) fanden bei den alten Philippinern statt. (s. Informe I. 2. 16.) ↑