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Reisen in den Philippinen

Note 2 — SIEBENZEHNTES KAPITEL

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Die höheren Abhänge dienen einem kleinen Volksstamme zum Wohnsitz, der in fast gänzlicher Abgeschlossenheit von den Bewohnern der Ebene, seine Selbstständigkeit und die Sitten einer früheren Zeit bewahrt hat. Gelegentlich mögen wohl einzelne Cimarronen (s. S. 106) zugezogen sein, doch hatte sich kein solcher Fall in der Erinnerung erhalten. Die Bewohner des Ysaróg werden gewöhnlich, wenn auch missbräuchlich, Ygorroten genannt, dieser Name ist hier beibehalten, da ihre Nationalität noch nicht genügend festgestellt ist. Sie selbst sind überzeugt, dass ihre Vorfahren immer dort gehaust haben. Sie sind es, die nach dem Urtheil der Pfarrer von Camarínes die Bicolsprache am reinsten sprechen (s. S. 120). Ihre Sitten und Gebräuche sind in vielen Punkten denen, welche die Spanier bei ihrer Ankunft vorfanden, sehr ähnlich, andererseits erinnern sie vielfach an diejenigen, welche noch heut bei den Dayaks in Borneo herrschen.2 Diese Umstände lassen vermuthen, dass sie der letzte Rest eines Stammes seien, der seine Unabhängigkeit gegen die spanische Herrschaft und wahrscheinlich auch gegen die kleinen Tyrannen behauptet hat, die vor Ankunft der Europäer in der Ebene herrschten. Als Juan de Salcedo seinen Siegeszug um das nördliche Luzon unternahm (s. unten), fand er überall an den Flussmündungen seefahrende, unter vielen Häuptlingen lebende Völkerschaften, die nach kurzem Kampf der höhern Mannszucht und besseren Bewaffnung der Spanier erlagen oder sich freiwillig der überlegneren Rasse unterwarfen; es gelang ihm aber nicht, die unabhängigen Stämme im Innern zu besiegen. Noch heut giebt es solche auf allen grösseren Inseln der Philippinen-Gruppe.

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