Note 11 — NEUNZEHNTES KAPITEL
Reading edition
In Loquilócun und Borongan hatte ich Gelegenheit, zwei lebende Gespensterthiere11 zu kaufen. Diese äusserst zierlichen, seltsamen, zu den Halbaffen gehörenden Thierchen sollen, wie man in Luzon und Leyte versicherte, nur in Samar vorkommen und ausschliesslich von Holzkohle leben. Mein erster Mago musste anfänglich etwas hungern, denn Pflanzenkost verschmähte er, in Bezug auf Insekten war er wählerisch; lebende Heuschrecken frass er mit grossem Behagen.12 Es sah äusserst drollig aus, wie das Thier, wenn es bei Tage gefüttert wurde, aufrecht stehend, auf seine beiden dünnen Beine und den kahlen Schwanz gestützt, den grossen kugelrunden, mit gewaltigen gelben Uhuaugen versehenen Kopf nach allen Richtungen bewegte, wie eine Blendlaterne auf einem Statif mit Kugelgelenk. Nur allmälig gelang es ihm, seine Augen auf den dargebotenen Gegenstand richtig einzustellen; hatte es ihn aber endlich wahrgenommen, so reckte es plötzlich beide Aermchen seitwärts, etwas nach hinten aus, wie ein Kind, das sich freut, griff schnell zu, mit Händen und Maul zugleich, und verzehrte bedächtig die Beute. Bei Tage war der Mago schläfrig, blödsichtig, und wenn man ihn störte, mürrisch; mit abnehmendem Tageslicht erweiterte sich seine Pupille, Nachts bewegte er sich lebhaft und behend mit geräuschlosen schnellen Sprüngen, am liebsten seitwärts. Er wurde bald zahm, starb aber leider nach einigen Wochen. Das zweite Thierchen am Leben zu erhalten, gelang mir auch nur kurze Zeit.