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Reise in das Morgenland in den Jahren 1836 und 1837, Dritter und letzter Band

Note 204 — II. Reise nach Griechenland. (continued 2)

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Ich lasse über diese Gabe Rudharts einen Andren, »einen Mann von Wort« reden, Friedrich von Roth, in seinem Ehrengedächtniß Ignaz von Rudharts, mitgetheilt in den Münchner gelehrten Anzeigen Nr. 69 des Jahrganges 1839. »Hervorragend wurde er vornehmlich durch ein Vermögen, das in Deutschland selten ist, weil die Geschäfte durchaus schriftlich geführt werden, die Beredsamkeit. Ein hochbejahrter Staatsmann, bei dem es nicht leicht zur Bewunderung kam, bezeichnete ihn einst in der Kammer der Reichsräthe als »den glänzenden Redner, den man eben so gerne höre als lese;« und es waren nicht wenige der Meinung, von den vielen Vorträgen auf dem Landtage, Reden genannt, seyen Rudharts die einzigen, denen mit Recht der Name zukomme. Er hatte zur Beredsamkeit, durch eine glückliche Verbindung von Festigkeit und Beweglichkeit, viel Anlage; dazu die Vortheile einer einnehmenden Gestalt und einer biegsamen Stimme; auch war ihm von der Uebung der freien Rede im Lehramte ohne Zweifel viel geblieben. Das Meiste aber that gewiß die Macht des Willens. Denn vor einer so gemischten Versammlung wo die Schulsprache noch sorgfältiger als der Kanzleistyl zu vermeiden war, gemeinfaßlich und dennoch gründlich, mit Nüchternheit und doch mit Nachdruck, über mannichfache, oft verwickelte Sachen, frei, zuweilen unvorbereitet zu sprechen, so daß die Aufmerksamkeit nicht nur gereizt sondern festgehalten wurde, dieß konnte nur einem starken Vorsatze, allerdings durch große Mittel unterstützt, gelingen. Und woher dieser starke Vorsatz? Es war ihm ernst; oder nach einem Spruche aus den Blüthenzeiten der Redekunst: das Herz machte ihn beredt. Nie beschlich ihn Gleichgültigkeit oder auch nur Lauheit; nie Zagheit, nicht einmal Schüchternheit. Eine hohe Meinung von der Aufgabe des Abgeordneten; ein tiefes Gefühl von dessen Pflicht; die Ueberzeugung, daß das Rechte nicht auf platter Hand liege sondern aus der gründlichsten Erörterung allein zu Tage komme; das Vertrauen, daß ein gutes Wort eine gute Statt finde; das erfüllte, durchdrang und übernahm ihn; davon quoll ihm die Rede. Belehrt durch die Geschichte und noch mehr durch die Geschäfte, welche selbst eine niedere Art Geschichte sind, daß den meisten Irrungen zwischen Wohlgesinnte nur unrichtig gefaßte oder mangelhaft gewürdigte Thatsachen zum Grunde liegen, hatte er sein Absehen immer vorzüglich auf dieses Gebiet, als das zugänglichste für Aufklärung und dadurch für Verständigung, Annäherung, Vereinigung.

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