Note 10 — II. Aus Malmedys Vergangenheit.
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Die oben erwähnte „goldene Bulle“ (1137) ist eines der wichtigsten Dokumente für die Geschichte Stavelots und Malmedys. In derselben spricht Kaiser Lothar der Abtei sein besonderes Wohlwollen aus und nimmt sie unter seinen Schutz. Er untersagt darin für alle Zeit die Lostrennung der Abtei vom deutschen Reiche; ferner verordnet er ausdrücklich, daß Malmedy nicht von Stavelot getrennt werden dürfe, wie es schon drei Mal versucht worden sei. Bei dem Tode des Abtes sollen die Mönche sich in Stavelot vereinigen und einen Nachfolger unter denjenigen dieses Klosters wählen oder falls ein geeigneter nicht vorhanden sei, eher einen solchen aus Malmedy als von auswärts wählen. Der Bischof von Lüttich soll die Weihe vornehmen, ohne eine Gebühr zu erheben. Der Vogt (advocatus, avoué) der Abtei soll die Truppen befehligen. Aus der Urkunde ersieht man auch daß die Abtei inzwischen ihren Besitz bedeutend vergrößert hatte und in Aachen 31 Häuser und eine Kapelle besaß. Die Stadt Malmedy selbst erfreute sich schon früh einer gewissen Blüte. — Von Wibald’s Briefen sind 441 erhalten; das Originalmanuskript befindet sich ebenfalls in Düsseldorf. In denselben werden die wichtigsten Ereignisse des 12. Jahrhunderts besprochen. Sie sind deshalb von großem geschichtlichem Werte, aber auch in litterarischer Hinsicht sind sie von Bedeutung. Wibald schrieb ein Latein, das so sehr an die Klassiker erinnert, daß man es ihm sogar zum Vorwurf machte, er beschäftige sich zu viel mit denselben.