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Malmedy und die preußische Wallonie

Note 8 — II. Aus Malmedys Vergangenheit.

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Stavelot besaß das Grab des gemeinsamen Stifters, dort hatten auch die meisten Fürstäbte ihre Residenz. Stavelot wollte deshalb den Vorrang über Malmedy haben; Malmedy dagegen war vom hl. Remaclus zuerst gegründet worden, dort hatten Mönche gewohnt, ehe in Stavelot der Grundstein zum Kloster gelegt wurde und es wollte deshalb in Allem Gleichberechtigung. Stavelot siegte über Malmedy, da Papst und Kaiser sich zu Gunsten der ersteren Abtei aussprachen; es war offenbar seitens der Mönche von Stavelot eine Mißachtung der Absichten und Ermahnungen des hl. Remaclus, der vor seinem Tode die Eintracht empfohlen hatte. Ueber die Frage des Vorranges der einen oder anderen Abtei wurden mehrere Foliobände geschrieben, ohne daß der Streit endgültig erledigt worden wäre. Es handelte sich dabei nur um eine interne Frage ohne eigentlichen politischen Anstrich. Stavelot war immer der Hauptort des Fürstentums und Sitz des Obergerichtshofes, und man kannte auch nur den Namen „Principauté de Stavelot“. Die Streitfrage spitzte sich zeitweilig sogar so zu, daß Malmedy einen eigenen Abt hatte. Im Uebrigen aber wurde der gemeinsame Abt immer in Stavelot gewählt, aber in der letzten Zeit vor der Aufhebung des Fürstentums fiel die Wahl oft auf Mönche aus Malmedy. Hier residirten auch die letzten Aebte, und sogar die Ständeversammlungen fanden trotz des Protestes der Schwesterstadt dort statt. Es blieb Stavelot zuletzt also nur mehr das eine Vorrecht, daß die Mönche dort ihre Gelübde ablegen mußten. Ohne die Ereignisse der französischen Revolution wäre vermutlich auch dieses Vorrecht abgeschafft worden.

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