Note 322 — III. Literarische Einflüsse.
Reading edition
Dieser eigenthümliche Tonfall hier und in anderen Reden Gertruds, die auch gerne Sentenzen und Sprichwörter einflicht, erinnert zugleich an gewisse Reden der Martha Schwerdtlein. Der freie Scenenwechsel, das Epische im „Faust“, der auch den Charakter einer dramatischen Biographie annimmt, kann Tieck schwerlich übersehen haben, wenn er in den „Einleitungen“ auch zuvörderst den alterthümlichen Ton dieser Dichtung als dasjenige rühmt, was ihn am vertrautesten ansprach. Ein paar kleine Reminiscenzen aus dem „Faust“ können hier ebenfalls erwähnt werden. Bei Golos Worten:
„Es reißt mich fort, in allen meinen Sinnen Fühl’ ich ein Treiben, innerliches Wühlen...“
denkt man leicht an Fausts Worte:
„Ha! wie’s in meinem Herzen reißt! Zu neuen Gefühlen All meine Sinnen sich erwühlen!“
Margarethens Geständnis:
„Allein gewiss, ich war recht bös’ auf mich, Dass ich auf euch nicht böser werden konnte!“
klingt wie Genovevas:
„O lasst mich, bei den hocherhabenen Gestirnen, Ich kann auf euch nicht so, wie ich wohl möchte, zürnen.“