Note 1 — I.
Reading edition
Ueber die näheren Umstände, wie Kaspar mit dem erwähnten Bürger vom Unschlittplatze bis zur Wache und von da bis zur Wohnung des Rittmeisters von W. gekommen, sind die Acten theils so lückenhaft und unbefriedigend, theils, bezüglich angegebener Umstände, so sehr den Zweifeln historischer Kritik unterworfen, daß ich mich in obiger Erzählung sehr kurz fassen zu dürfen glaubte. So gibt z. B. jener Bürger an: nachdem er unterwegs mit K. ein Gespräch anzuknüpfen gesucht und ihn über manches befragt, habe er endlich bemerkt, daß K. von allem nichts wisse und gar keinen Begriff habe, weshalb er dann nichts mehr zu ihm gesprochen. Hiernach zeigte sich ihm also K. eben so, wie noch denselben Abend bei dem Herrn Rittmeister von W. und später auf der Wachtstube, dann an den folgenden Tagen und Wochen. Gleichwohl erzählt zugleich jener Bürger: K. habe auf die Frage, woher er komme? geantwortet: »von Regensburg.« Ferner: als er mit K. zum neuen Thor gekommen, habe dieser gesagt: »Dös is gwiß erst baut worn, weil mer's neu Thor heißt« u. s. w. — Daß Zeuge dieses und dergleichen gehört zu haben glaubt, ist mir eben so wenig zweifelhaft, als dies: daß es K. nicht gesagt hat. Alles Folgende gibt dafür den unumstößlichsten Beweis. Aus der stehenden Redensart Kaspars: »Reutä wähn, wie mein Vottä wähn is« konnte sein Führer, der diesem Simpel, wofür er ihn hielt, gewiß nur halbe Ohren lieh, gar wohl jene Worte herauszuhören glauben. — Ueberhaupt aber sind die in dieser Sache erwachsenen Polizei-Acten auf eine solche Weise geführt, enthalten so viele Widersprüche, nehmen vieles gar so leicht, sind in einigen ihrer wesentlichsten Bestandtheile ein so arger Anachronismus, daß sie als Geschichtsquelle nur mit großer Vorsicht benutzt werden können.